Inhalt:
Die neuen Hauptfiguren Wanda, Maxim und Artur, die als Geschwister der Protagonist:innen aus dem 1. Band bekannt sind, eröffnen neue, vielversprechende Perspektiven. Auch Charlie, Willem, die Mutter der drei Lichtenstein-Söhne und Ex-Frau des verstorbenen Hotelbesitzers Robert, dessen Vertraute Belladonna sowie Wandas Kollegin Farah sind wieder mit von der Partie.
Nach Roberts Tod ist das Hotel zu einem trostlosen Ort ohne Gäste und Shows geworden. Wandas neuer Alltag ist geprägt von dem verzweifelten Versuch, Charlies drohenden Tod zu verhindern und sich von den Psychospielen des neuen Hotelbesitzers Maxim nicht in den Wahnsinn treiben zu lassen. Um Charlie, die im 1. Band in Maxims Visier geraten ist, zu retten, hat sie sich auf eine Wette mit ihm eingelassen, und die Lage ist verzwickt
Meine Meinung:
Die unheilvolle Atmosphäre ist von Anfang an spürbar, die Hauptfiguren bieten interessante Einblicke in die Vergangenheit, Beziehungen sowie Motive und ich fand die ereignisreiche, fantasievolle, abgründige Handlung zunächst mitreißend.
Besonders gelungen war für mich, wie organisch Grundlegendes der Reihe und das Ende des 1. Bandes aufgegriffen werden, da ich vieles nur noch vage in Erinnerung hatte.
Der eindringliche Schreibstil voller feinfühliger, scharfsinniger Schilderungen ist ungemein tiefschürfend, sodass Wandas Ohnmacht und Wut hautnah ankommen.
Ihre Art, mit ihren widerstreitenden Gefühlen für Artur und Maxim umzugehen, hat mich hingegen irritiert: Artur ist ihr Kindheitsfreund, ihr Vertrauter, ihr Verbündeter, doch als sie merkt, dass sie ihm nicht trauen kann, reagiert sie mMn höchst verstörend. Obwohl Maxim sie misshandelt und Charlies Leben bedroht, fühlt sie sich zu ihm hingezogen, lässt sich sogar auf ihn ein. Er zwingt ihr ständig Selbsterkenntnis auf zeigt ihr, warum sie wirklich tut, was sie tut und was sie verdrängt. Diese Mischung aus sadistischer Psychoanalyse sowie erotischer Dynamik wirkte auf mich einfach nur befremdlich.
Ich fand es interessant, zu erleben, welche verdrängten Probleme Wanda mit sich herumträgt, dann erkennt, wie sehr diese ihr Denken bzw. Verhalten prägen, und sich schließlich weiterentwickelt. Dieser Aspekt war mir jedoch zu dominant und die Umsetzung gar nicht meins.
Glory of Broken Hearts hat mich zunächst begeistert, mit fortschreitendem Handlungsverlauf wurden mir die Geschehnisse zu bizarr, der Mittelteil verlief für mich schleppend und die Wendung, die eine neue Herausforderung mit sich bringt, ließ mich kalt, da ich zu dem Zeitpunkt keinen Bezug mehr zu den Figuren hatte. Das Ende konnte mich leider auch nicht überzeugen. 2,5 Sterne für den tollen Schreibstil, den fantasievollen Weltenbau und die psychologischen Elemente, die ich teilweise interessant fand.