Vielen Frauen, die in die Wechseljahre kamen bzw. kommen, geht es ganz ähnlich wie der Autorin zu Beginn ihres Buches: Man hat schlichtweg keine Ahnung, was da eigentlich alles auf einen zukommt. Umso glücklicher kann man sein, dass man nun auf diesen wunderbaren Ratgeber gestoßen ist. Nina Grygoriew nimmt uns an die Hand und zeigt uns auf eine herrlich ehrliche Weise, dass der Weg zur Akzeptanz zwar oft lang und beschwerlich ist, am Ende aber in einen unheimlich fröhlichen und befreiten Lebensstil führt.
Besonders berührt und aus der Seele gesprochen hat mir der Abschnitt über den Optimismus und die sozialen Medien. In der heutigen Zeit ist dort alles so perfekt auf Hochglanz poliert, dass es uns Frauen oft eher schwächt und verunsichert, anstatt uns zu stärken. Das Buch räumt damit gründlich auf. Auch das Thema Stress wird unheimlich facettenreich beleuchtet. Es ist wirklich augenöffnend zu lesen, was Frauen heutzutage alles leisten müssen und unter welchem enormen Druck sie stehen. Doch die Autorin lässt uns damit nicht allein, sondern ermutigt uns im Kapitel über die Verantwortung, aktiv ins Tun zu kommen, selbstbestimmt zu handeln und dabei immer den positiven Fokus zu behalten.
Ein absolutes Highlight war für mich der Teil über die Netzwerkorientierung. Es ist so großartig, dass endlich mal jemand laut ausspricht, was echte Freundschaft wirklich ausmacht. Es geht eben nicht um die schiere Anzahl an Kontakten, die uns auf Plattformen wie LinkedIn oder Facebook vorgegaukelt wird, sondern einzig und allein um Verlässlichkeit, Vertrauen und gegenseitiges Wohlwollen. Zum Schluss wird es zwar noch einmal recht theoretisch, aber der Ansatz, sich im Leben nicht an starren, konkreten Zielen festzubeißen, sondern sich vielmehr an den eigenen Werten und einer inneren Richtung zu orientieren, trifft genau meinen Geschmack. Ein rundum gelungenes, warmherziges Buch, das ich jeder Frau ob jung oder alt nur wärmstens ans Herz legen kann.