Mord in der Pension Möwennest erzählt von Nora Breen, die nach Jahrzehnten im Kloster plötzlich wieder in der Welt steht. Auf der Suche nach einer verschwundenen Freundin landet sie dabei in einer etwas heruntergekommenen Pension an der Küste, wo sie auf eine Reihe eigenwilliger Bewohner trifft. Als ein Todesfall die Pension erschüttert, beginnt Nora, genauer hinzusehen und je mehr sie beobachtet, desto deutlicher wird: Hinter der ruhigen Fassade steckt mehr, als es zunächst scheint.
Gleich zu Beginn fällt sofort die Atmosphäre des Romans auf, die Mischung aus Küstenidylle, leicht schrägen Figuren und einer unterschwelligen Unruhe funktioniert richtig gut. Es wirkt gemütlich, aber nie völlig sicher und genau dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch. Nora ist dabei ganz klar das Herz der Geschichte. Eine ungewöhnliche Ermittlerin, die ruhig, aufmerksam, ein bisschen eigensinnig ist. Sie ist keine Person, die laut auftritt, aber die alles sieht. Gerade das macht sie so interessant und hebt sie von vielen typischen Krimi-Hauptfiguren ab. Die Pension und ihre Bewohner steckt zudem voller kleiner Eigenheiten, Geheimnisse und Geschichten. Der Stil ist teilweise sehr ausführlich, fast ein bisschen ausschweifend und die Spannung tritt dadurch stellenweise in den Hintergrund. Trotzdem bleibt ein Eindruck, der hängen bleibt, vor allem wegen der Figuren und dieser leicht melancholischen Grundstimmung.
Ein Cozy Crime mit Ecken und Kanten, der von seiner besonderen Atmosphäre und seiner ungewöhnlichen Hauptfigur lebt, aber ein Tempo hat, das man mögen muss.