Das Schloss Gair war weitgehend eine Ruine. Lediglich ein wuchtiger Turm mit Zinnen, der etwas Märchenhaftes hatte, ragte auf wie ein Monolith.
Diese enge Verbundenheit zur Natur hat für mich den Roman von Anfang an geprägt, denn im Mittelpunkt dieses Romans steht nicht die große Liebesgeschichte, sondern die Frage, wie Mensch und Natur im Einklang miteinander bestehen können und was ein Zuhause eigentlich ausmacht.
Saskia erfüllt sich nach dem Tod ihres Vaters einen lange gehegten Traum und kauft ein Grundstück mit einer alten Schlossruine. Mitten in den Mauern wächst eine mächtige Eiche, die für sie untrennbar zu diesem Ort gehört. Gegen viele Widerstände möchte sie die Ruine und den Baum weitestgehend erhalten und daraus ein Zuhause schaffen. Dieser Wunsch verleiht der Geschichte eine ganz besondere Atmosphäre.
Zwei Menschen treffen hier aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Owen, der die Bauarbeiten leitet, hält Saskia zunächst für eine abgehobene und arrogante Londonerin. Doch je länger sie zusammenarbeiten und sich den täglichen Herausforderungen stellen müssen, desto mehr beginnen beide, ihre voreiligen Urteile zu hinterfragen. Es hat mir gut gefallen, wie sich dieses gegenseitige Verständnis langsam und glaubwürdig entwickelt.
Es ist keine klassische Liebesgeschichte, die Liebe zur Natur und der Wunsch im Gleichklang mit dieser zu leben, steht im Vordergrund.
Natürlich kommen sich Owen und Saskia näher, aber sehr behutsam und zart. Die Verbindung zur Natur, zur alten Ruine und zu diesem fast schon verwunschenen Wald begleitet die Handlung auf ruhige Weise und schafft schöne Wohlfühlmomente.
"Der vergessene Wald" ist ein leiser Roman, der sich Zeit für seine Figuren und ihre Entwicklung nimmt. Ich habe die entspannte Stimmung und die naturnahe Atmosphäre sehr genossen!
Fazit:
Ein ruhiger & stimmungsvoller Roman über Neuanfänge, Naturverbundenheit und ein Zuhause, das weit mehr ist als nur ein Ort.