Worum gehts?
Es ist heiß und die Feuerwehr hat mit zahlreichen Bränden zu kämpfen. Als die seltsam aufgebahrte Leiche eines Kindes zwischen den Flammen gefunden wird, wird schnell klar, dass mehr dahintersteckt. Kurz darauf verschwindet ein weiteres Kind und Carla ist schnell klar, dass sie hier gegen die Zeit kämpft.
Meine Meinung:
Die Kriminalromane von Sia Piontek sind inzwischen fast schon Thrillermaterial. Auch im dritten Fall für Carla Seidel beweist sie das erneut. In Blutroter Sommer geht es noch heißer her als in den beiden Vorgängern. Man fliegt regelrecht durch die Seiten, fiebert mit Carla mit und versucht, der Zeit immer einen Schritt voraus zu sein. Dazwischen sorgen die eindrucksvollen Landschaftsbeschreibungen des Wendlands für kurze Momente zum Durchatmen, bevor die Spannung wieder anzieht.
Im Mittelpunkt stehen erneut Carla und ihre Tochter Lana, die sich beide spürbar weiterentwickeln. Carla beginnt langsam, Nähe zuzulassen, während Lana ihren eigenen Weg sucht. Auch Lars, Carlas Partner, rückt diesmal stärker in den Vordergrund. Seine Geschichte zeigt, wie schwer sich die Arbeit bei der Mordkommission mit einem Privatleben vereinbaren lässt. Neu dabei ist Kim, eine besondere Figur, von der ich mir gut vorstellen kann, dass wir ihr in den kommenden Bänden wieder begegnen werden.
Und der Fall selbst? Der hat es diesmal wirklich in sich. Während der Ermittlungen konnte ich das Knistern des Feuers beinahe hören und die Hitze der Flammen förmlich spüren. Dazu kommen die Verstrickungen rund um zwei Bauernhöfe und ihre Geschichten. Rivalitäten, Emotionen, verpasste Chancen, Erbstreitigkeiten und Spekulationen greifen gekonnt ineinander. Und dann ist da noch ein verschwundenes Bild, das offenbar von enormer Bedeutung ist. Warum? Das müsst ihr selbst herausfinden. Für mich war der Fall von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd. Immer wieder war ich überzeugt, den Täter entlarvt zu haben, nur um kurz darauf alles wieder infrage zu stellen. Die Kapitel aus Tätersicht liefern genau die richtige Menge an Hinweisen, ohne zu viel zu verraten. So liegt man ständig knapp daneben und verdächtigt immer wieder Menschen, die letztlich völlig unschuldig sind, genau wie Carla und ihr Team. Besonders gefallen haben mir außerdem Lanas eigene Überlegungen und Ermittlungen. Ich bin sehr gespannt, ob sie tatsächlich den Weg in den Polizeidienst einschlägt und wir irgendwann ein Ermittlerduo aus Mutter und Tochter erleben dürfen.
Fazit:
Mit Blutroter Sommer beweist Sia Piontek einmal mehr, dass auch Kriminalromane echten Thrill haben können. Ein fesselnder Fall, starke Figuren und eine Atmosphäre, bei der man die Hitze und das Knistern der Flammen beinahe selbst spürt. Dazu kommen zahlreichen raffinierte Wendungen und falschen Fährten, die mich bis zum Schluss miträtseln ließen. Genau diese Mischung aus Spannung, Atmosphäre und authentischen Figuren macht die Reihe für mich so besonders. Ich freue mich schon jetzt darauf, Carla, Lana und ihr Team im nächsten Band wiederzusehen.
5 brandheiße Sterne von mir.