Ella ist Illustratorin und hat eine Schaffenskrise, da ihr Ideen und Kreativität zum Zeichnen fehlen. Das liegt wohl daran, dass ihre einst beste Freundin unter einer merkwürdigen Begründung den Kontakt abgebrochen hat. Da kommt ihr das Angebot ihrer Oma Henny gerade recht, diese auf eine Reise zu begleiten. Henny möchte noch einmal nach Amrum, wo sie in ihrer Jugend eine schöne Zeit verbracht hat. Sie war als Kind mehrere Sommer dort zur Kur und verbrachte später ihre Ferien häufig auf der Insel. Sie lernte dort Tinne kennen und freundete sich mit ihr an und auch ihre erste Liebe fand sie auf Amrum. Doch im Laufe der Jahre sind die Kontakte verloren gegangen und jetzt soll Oma Henny auf der Geburtstagsfeier ihres alten Freundes der Überraschungsgast für Tinne werden, die mit ihm verheiratet ist.
Sie hat die Reise bereits geplant und ein kleines Reetdachhaus als Ferienhaus an den Dünen für zwei Wochen gemietet.
Schon während der Reise erfährt Ella von ihrer Oma vieles über die Vergangenheit, was sie bisher nicht wusste.
Wird Oma Henny noch einmal in ihre Vergangenheit eintauchen können und die Freundschaft zu Tinne neu aufleben lassen und findet Ella Ruhe und ihre Kreativität wieder?
Erneut entführt uns Anne Barns auf die schöne Insel Amrum.
Wir tauchen ein in Oma Hennys Vergangenheit und ihre Freundschaft zu Tinne und erleben Ellas Schmerz über den plötzlichen Verlust ihrer besten Freundin, die sich von ihr abgewandt hat.
Anne Barns erzählt uns hier in ihrem lebendigen und bildhaften Schreibstil eine schöne Geschichte und lässt uns den Aufenthalt von Ella und Henny hautnah miterleben.
Die wunderbare Landschaft der Dünen, das Meer, Strände und viel schöne Natur kann ich förmlich vor meinem inneren Auge sehen und spüre den Wind und die Meeresbrise. So entstehen eine schöne Stimmung und viel Urlaubsfeeling.
Während Oma Henny endlich wieder Kontakt zu Tinne hat und die beiden viel Zeit miteinander verbringen, trifft Ella auf Figuren, die ich bereits aus den vorherigen Amrum-Romanen wie Maren und ihre Tochter Leni aus Der Duft von Kuchen und Meer und Julia aus Der Klang von Wind und Wellen. Das war ein schönes Wiedersehen und auch eine gelungene Verknüpfung der Geschichten, denn die drei Frauen verbindet die Leidenschaft fürs Backen und leckere süße Köstlichkeiten. Windbeutel, Friesentorte, Karamell und friesische Waffeln sind oft ein Thema und wie gewohnt gibt es im Anhang zum Buch auch wieder Rezepte u. a. für Kirschkuchen, belgische, Zimt- und Friesenwaffeln sowie Scottish Tablet.
Und dann ist da ja auch noch der smarte Vogelkundler Jonte, der das Naturschutzzentrum leitet und Ella immer wieder begegnet. Hier kommt dann auch noch Romantik ins Spiel, denn zwischen den beiden sprühen Funken.
Anne Barns ist wieder einmal gelungen die Atmosphäre der Insel Amrum einzufangen und lässt auch das Amrumer Friesisch, das sogenannte Öömrang, mit einigen Begriffen in die Geschichte einfließen.
Liebenswerte und sympathische Figuren, Themen wie Familie, Liebe, Freundschaft und alte Geheimnisse bilden alles zusammen eine schöne Mischung.
Der Geschmack von Sommer und Karamell ist ein schöner Wohlfühlroman mit viel Amrum-Flair, einer Reise in die Vergangenheit, ernsten Themen und auch Leichtigkeit.
Ich habe den Ausflug ans Meer wieder genossen und hatte eine schöne Lesezeit!
Fazit: 4 von 5 Sternen
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