In Hafnarfjörður wird in einem Pferdestall die Leiche von Guðny Axelsdóttir gefunden. Die Junior-Ermittlerin Helga Jónsdóttir wird mit den Ermittlungen beauftragt. Es ist ihr erster großer Fall und dementsprechend ist sie sehr aufgeregt, zweifelt aber auch an sich. Steckt der gewalttätige Ex-Mann hinter dieser grausamen Tat?
Dies ist der Reihenauftakt rund um das Ermittlerteam Helga Jónsdóttir vom Dezernat für Gewaltverbrechen und dem Verkehrspolizisten Bjarki Gudmundsson, die im schönen Island ermitteln.
Mit "Schlafende Vulkane" legen Bjarni Thorsson und Michael Hjorth einen gelungenen Reihenauftakt vor, der mich von Anfang an gut unterhalten und fesseln konnte. Die Handlung spielt im wunderschönen Island und führt ein neues Ermittlerduo ein, das mir schnell ans Herz gewachsen ist.
Im Mittelpunkt steht Helga Jónsdóttir, eine Junior-Ermittlerin beim Dezernat für Gewaltverbrechen. Sie ist erst vor Kurzem von Schweden nach Island gezogen und versucht, ihr Leben gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter neu zu ordnen. Als ihr erster großer Fall auf ihrem Schreibtisch landet, sind ihre Selbstzweifel und ihre Aufregung absolut nachvollziehbar. Gerade das macht sie für mich so sympathisch und authentisch. Besonders schön fand ich, dass sie von Kollegen und Freunden umgeben ist, die an sie glauben und sie unterstützen.
An ihrer Seite steht Bjarki Gudmundsson, Verkehrspolizist und ehrenamtlicher Helfer beim Rettungsdienst. Er gilt als schwierig und etwas seltsam, war mir aber trotz oder vielleicht gerade wegen seiner Eigenheiten schnell sympathisch. Als Helga ihn bei der Suche nach dem vermissten Kristófer um Hilfe bittet, treffen zwei Menschen aufeinander, die zunächst nicht viel gemeinsam haben. Die Entwicklung ihrer Zusammenarbeit hat mir sehr gut gefallen und macht neugierig auf weitere gemeinsame Fälle.
Der Fall selbst beginnt düster und bleibt es auch bis zum Schluss. Eine Frau wird nackt in einem Stall tot aufgefunden. Gleichzeitig wird ihr Sohn Kristófer vermisst und scheint auf der Flucht zu sein. Die Ermittlungen entwickeln sich spannend und sorgen immer wieder für neue Fragen. Besonders angenehm fand ich die kurzen Kapitel, die genau meinen Geschmack getroffen haben. Dadurch entsteht ein gutes Lesetempo, und man möchte ständig weiterlesen. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, unter anderem aus denen von Helga, Bjarki, Kristófer, Yvette und Gunnar. Ausserdem bekommt man als Leser Einblick in die abgründigen Gedanken des Täters. Das verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und sorgt dafür, dass man die Ereignisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln erlebt.
Auch die Atmosphäre hat mich überzeugt. Das isländische Setting wirkt sehr lebendig und authentisch und trägt viel zur Stimmung des Kriminalromans bei. Man spürt die besondere Landschaft und die Eigenheiten des Landes während der gesamten Handlung. Der Schreibstil hat mir ebenfalls ausgesprochen gut gefallen. Er ist flüssig, lebendig und sehr angenehm zu lesen. Die Seiten flogen nur so dahin, ohne dass die Geschichte dabei an Spannung verloren hätte.
Fazit: Insgesamt ist "Schlafende Vulkane" ein starker Auftakt einer vielversprechenden neuen Krimireihe. Sympathische Figuren, ein interessantes Ermittlerduo, ein spannender Fall und ein atmosphärisches Island-Setting machen Lust auf mehr. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall von Helga Jónsdóttir und Bjarki Gudmundsson.