Interessanter und unterhaltsamer Roman mit Krimielementen
Inhalt:
Auf Christiansø, einer der sogenannten Erbseninseln nahe Bornholm, wird die junge Vogelschutzaktivistin Anna Steenberg vermisst. Kommissar Lennart Ipsen und seine Kolleginnen Britta und Tao machen sich auf die Suche. Mit ihrer politischen Arbeit hat Anna sich viele Feinde gemacht; etliche Leute profitieren von ihrem Verschwinden.
Die zeitraubenden Ermittlungen halten Lennart leider davon ab, auf die Segelprüfung zu lernen, was er seiner Tochter Ida versprochen hatte. Und dann quartiert sich auch noch sein Vater Karl bei ihm ein und sorgt für allerhand skurrile Szenen.
Meine Meinung:
Dies ist bereits Band 4 der Reihe um den deutsch-dänischen Kommissar Lennart Ipsen, der seit einiger Zeit auf Bornholm lebt und arbeitet. Vorkenntnisse sind nicht unbedingt nötig. Der Fall ist in sich abgeschlossen und die wichtigsten Fakten zum Privat- und Berufsleben werden noch einmal kurz wiederholt, sodass man auch als Neueinsteiger keine Verständnisprobleme haben sollte.
Der Prolog setzt gleich mal einen Anker. Es ist nur eine kurze Szene, die für den weiteren Verlauf aber eine entscheidende Rolle spielt. Dann geht es erst mal ziemlich cosy weiter. Lennart plant ein großes Essen für seine Kolleginnen und Freunde. Immer wieder gehen seine Gedanken zum Segelschein, für den er eigentlich dringend lernen müsste, aber sich so gar nicht aufraffen kann. Als dann der Fall der vermissten Anna reinkommt, laufen die Ermittlungen eher sparsam an. Von einem Verbrechen ist ja schließlich noch keine Rede. Folglich nimmt sich auch der Autor viel Zeit, um uns die Erbseninseln mit Land und Leuten näher zu bringen. Auch die wichtigen Themen Tierschutz und Erneuerbare Energien werden von allen Seiten beleuchtet, vor allem auch da, wo sie miteinander kollidieren. Das alles wird sehr interessant und auch unterhaltsam dargestellt, aber zuweilen fehlte es mir in diesem Abschnitt noch an Spannung. Die kommt für mein Empfinden erst recht spät zum Tragen.
Nichtsdestotrotz konnte mich auch dieser Band, wie schon die Vorgänger, prima unterhalten. Punkten konnte das Buch aber nicht in erster Linie mit der Krimihandlung, sondern mit den sympathischen Protagonist:innen und den humorvollen Szenen, die hauptsächlich Vater Karl geschuldet sind. Dieser Mann ist einfach herrlich drauf! Auch Michael Kobrs Schreibstil ist toll. Man fliegt nur so durch die Seiten. Das Buch lässt sich geschmeidig lesen und durch den eingestreuten Humor schlagen die dunklen Themen nicht allzu sehr aufs Gemüt. Die Landschaftsbeschreibungen sind super gelungen, sie setzen mir ein anschauliches Bild in den Kopf und vermitteln mir ein angenehmes Urlaubsfeeling. Daher gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.
Die Reihe:
1. Sonne über Gudhjem
2. Nebel über Rønne
3. Schatten über Sømarken
4. Sturm über Christiansø