Toni reist mitten ins Nirgendwo in Schottland, um an einem Workshop des Bestsellerautors Mr. Griffard in seinem abgelegenen Herrenhaus teilzunehmen. Als alle Teilnehmer vollständig sind, verkündet er, dass er unter ihnen einen Nachfolger und alleinigen Erben seines Vermögens sucht. Die Jugendlichen versuchen, ihn mit ihren Texten zu beeindrucken. Doch während eines Gewitters wird das Herrenhaus von der Außenwelt abgeschnitten und plötzlich verhält sich jeder seltsam.
Es kommt zu einem Einbruch, und Toni, welche Schlafwandlerin ist, wird von Albträumen geplagt, bei denen sie nicht weiß, ob sie reine Fiktion oder blutige Realität sind.
Die Charaktere:
Toni ist eine augenscheinlich starke Protagonistin, die glaubt, alles im Griff zu haben. In Wahrheit ist das jedoch oft nicht der Fall, und sie versucht dies zu überspielen, indem sie sich selbst etwas vormacht. An sich war Toni keine schlechte Protagonistin, aber durch ihr zwanghaftes Bedürfnis, alles kontrollieren zu wollen, bin ich im Laufe der Geschichte nicht wirklich mit ihr warm geworden.
Die Nebencharaktere waren hingegen super interessant. Ich fand es sehr schwer, sie einzuschätzen, was für viele unerwartete Wendungen gesorgt hat.
Die Umsetzung:
Optisch ist das Buch einfach der Wahnsinn: ein wunderschöner Farbschnitt, eine tolle Farbgestaltung, ein kleines MiniTagebuch, ein aufklappbares Fenster auf dem Cover und mitten in der Geschichte eine Karte des Herrenhauses zur Orientierung, welche im Laufe der Geschichte aktualisiert wird.
Der Schreibstil war gut und leicht verständlich, aber für mich nicht unbedingt fesselnd. Ich hatte hier leider nicht immer das Gefühl, unbedingt weiterlesen zu wollen.
Die düstere Atmosphäre des kalten Schottlands hat die Autorin jedoch hervorragend eingefangen, das merkt man schon auf den ersten Seiten. Das Buch startet damit, dass Toni zu spät zum Schreibkurs kommt und in den Raum platzt, in dem die anderen bereits versammelt sind. Zu Beginn bekommt man ein gutes Bild von allen Charakteren. Die Geschichte entwickelt sich eher langsam, der Spannungsbogen ist etwas flacher, und zwischendurch gab es ein paar Längen, bei denen ich auch mal pausiert habe.
Die Umsetzung der Handlung, die Zusammenführung der Handlungsstränge und die persönlichen Motive fand ich kreativ durchdacht. Ich hatte eine Vermutung, in welche Richtung es gehen könnte, wurde aber gegen Ende trotzdem noch überrascht. Die Storyline rund um die mysteriösen Ereignisse konnte mich insgesamt überzeugen.
Mein Fazit:
Wer einen Jugendkrimi mit düsterem SchottlandSetting, HerrenhausFlair, Rätseln und unerwarteten Wendungen sucht, sollte sich das Buch definitiv anschauen. Da mich persönlich die Kombination aus der Protagonistin und dem Schreibstil nicht ganz so gecatcht hat wie erhofft, die Geschichte aber trotzdem unterhaltsam war, bekommt das Buch von mir 4 von 5 Sterne.