Früher war das alles normal. Früher war das alles ein Teil von ihnen. Früher war das Freude und Spaß. Heute ist der Besuch bei Neylas Verwandten in Marokko eine traurige Erinnerung an das, was damals war. Selbst der eine Junge, mit dem sie damals die beste Zeit verbracht hat, hat für sie die Farben verloren. Zeit für neue Erinnerungen, um die alten wieder ins Licht zu holen, oder?
Neyla nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Ferne und gleichzeitig zu sich selbst. Auch wenn nicht jeder ihren Platz einnehmen kann oder schon eingenommen hat, so bietet die Geschichte Raum für andere Perspektiven. Manche Anforderungen, die andere Menschen an einen stellen, kommen einem aber auch aus anderen Situationen viel zu bekannt vor.
Ob nun die Fähigkeit von Frauen, die Hauptrolle zu übernehmen oder auf seine innere Stimme zu hören und sich nicht mit Dingen abzufinden, die man nicht akzeptabel findet, Neyla entwickelt sich im Laufe des Buches und findet sich selbst.
Für mich war auch der Austausch mit Adam sehr gelungen, denn beide Personen hatten Begegnungen auf Augenhöhe und auch wenn das Buch Young Adult erzählt, so war die Geschichte nicht in ihrem Wirken beschränkt.
Neben dem künstlerischen Teil ist die Story aber auch mit Wissen gespickt, so dass die Reise nach Marokko nachhaltig wirkt.
Ein Buch das inhaltlich hält, was es optisch verspricht, mit Message für alle und dem Tellerrandblick, den man leider nicht käuflich erwerben kann.