Dieses ist der 10. Sylt-Krimi rund um Kommissarin Liv Lammers.
An ihrem freien Tag wird Liv von ihrer Chefin Hilke Hasselbrecht zu einer "privaten" Ermittlung in die Villa der prominenten Ex-Ministerin Armgart Zabrowsky gebeten. Auf die von vielen gehasste, herrische und unsympathische Dame wurde ein Anschlag verübt. In der Villa findet Liv das Personal und illustre Teilnehmer einer Geheimkonferenz, in der es im weitesten Sinne um die Zukunft Sylts geht, vor. Jeder scheint verdächtig und könnte ein Motiv haben. Eine spannende und von Schwierigkeiten gezeichnete Ermittlung beginnt, während parallel Sebastian, Livs Verlobter, zu Unrecht wegen Mordes verhaftet wird.
Ich bin gut in die Handlung gestartet, obwohl ich die anderen Bände nicht kenne. Liv ist eine sehr sympathische und mutige Polizistin, die trotz verwirrender Ereignisse in der Villa und privater Kümmernisse den Überblick behält. Allein bei ihrem Polizeikollegen Robert, der ihren Verlobten fälschlicherweise verhaftet, hätte ich mehr Vorwissen zu vorangegangenen Animositäten gewünscht.
Der Fall um die Politikerin Armgart entwickelt sich durch einen Orkan, der alle am Verlassen der Villa hindert, zum Agatha Christie Fall, in dem jeder der Mörder sein könnte. Das ist sehr clever gemacht.
Bei der Ausgestaltung der spannendsten Szenen hätte ich mir gewünscht, die Autorin hätte sich mehr Mühe gegeben. Beispielsweise gibt es eine Szene in einem Keller, in der die Hände des Täters schon nach dem Opfer greifen. Ich wollte unbedingt miterleben, wie und ob Rettung möglich ist. Statt dessen lese ich im nächsten Kapitel von einem Telefongespräch, in dem ein Kollege Liv berichtet, dass alles gut ausgegangen ist. Dieser Spannungsabbruch kommt im Buch öfter vor und hat mich etwas enttäuscht.
Trotzdem werden beide Fälle um Armgart und Sebastian zufriedenstellend gelöst und die Grundlagen für einen 11. Band um Liv auf Sylt werden gelegt.
Insgesamt ist dies ein lesenswerter Krimi und er wird nicht mein letzter aus der Reihe sein.