Cover & Klappentext
Auch dieses Cover sagt mir nicht so richtig zu. Die Details passen zwar zur Story, aber insgesamt ist es unausgewogen und fällt nicht richtig auf. Wäre ich nicht schon über den ersten Band gestolpert, hätte ich die Fortsetzung glatt übersehen.
Dafür macht der Klappentext alles wieder wett. Nach dem spannenden ersten Teil verspricht er ebenso nervenaufreibend zu sein, was meine Erwartungshaltung deutlich in die Höhe schnellen ließ.
Meinung
Während Seraphine an einem abgelegenen Ort versucht mittels Lightfire die Schattenmagie zu vernichten und ihre geheimnisvollen Kräfte zu kontrollieren, bringt das Schicksal sie wieder mit Ransom zusammen. Mit seiner Hilfe soll sie die Rebellion zerschlagen, angeführt von einem mächtigen Prinzen. Doch ihre gebrochenen Herzen erschweren das Ganze. Wird es ihnen gelingen, sich zusammenzureißen und Valterre zu retten?
Auch hier stehen Seraphine und Ransom im Fokus des Geschehens.
Obwohl ich auf die Fortsetzung gespannt war, hatte ich meine Schwierigkeiten, wieder in die Story zu finden. Eine kleine Zusammenfassung wäre hilfreich gewesen.
Die Autorin hat ihr die Handlung deutlich ausgebaut. Während Band eins eher klassisch gestaltet wurde, im kleineren Rahmen, wurden hier die politischen Machtspiele erweitert, sodass Sera und Ransom nicht lediglich kleine Rädchen im Getriebe sind, sondern das Schicksal verändern könnten.
Hier hat sich besonders Sera hervorgetan. Ihre Weiterentwicklung von einer teilweise naiven jungen Frau zu einer Gildenanführerin, die von Oriel gesegnet wurde, ist beispielhaft. Das war sehr beeindruckend. Dabei hat sie ihre Werte jedoch nicht verloren.
Ransom hingegen ist gerade anfangs ein wenig untergegangen. Vielleicht weil er droht, sein Wesen, seine Seele, an das Shade zu verlieren. Erst im weiteren Verlauf wurde er greifbarer.
Auch die Nebencharaktere nehmen viel Raum ein und behaupten sich dank ihrer Präsenz.
Zwar weiß ich nicht, was es über mich aussagt, aber Caruso gefällt mir. Seine sinnlose Brutalität und sein zum Teil schlichtes Wesen mögen abschrecken. Zudem handelt er erst und vernachlässigt das Nachdenken komplett. Doch genau das sorgt erstaunlicherweise für den ein oder anderen Schmunzler.
Die Autorin überzeugt auch in der Fortsetzung mit ihrem blumigen Schreibstil. Ihr gelingt es offenbar spielend leicht Bilder, insbesondere Farben, zu vermitteln.
Die Story ist nach wie vor düster, aber bei Weitem nicht so extrem wie Band eins. Hier sorgt das Lightfire für ein Farbspektakel und jede Menge Licht. Und mit dem Licht steigt das Gefühl der Hoffnung. Doch das täuscht.
Allein deshalb gefällt mir die Fortsetzung besser als der erste Teil.
Außerdem gab es hier einen gravierenden Plot-Twist. Womöglich bedingt durch die kleinen zeitlichen Sprünge innerhalb der Handlung. Sodass nicht nur die Protagonisten sich neu zurechtfinden müssen, sondern auch der Leser.
Zudem wurde das Tempo geschickter eingesetzt. So wurden spannende und gemächliche Momente besser in Szene gesetzt. Obwohl es nach wie vor die ein oder andere Länge gab.
Gerade zum Ende hin sprühen die Emotionen nur so vor Intensität. Ich habe derart mitgefiebert, dass ich das Buch unmöglich weglegen konnte. Gleichzeitig hoffte ich auf ein Wunder, denn ich bin lange davon ausgegangen, dass die Story mit diesem Teil einen Abschluss findet. Nun bin ich froh, dass ich mich geirrt habe.
Zwar findet sich hier kein mieser Cliffhanger, dennoch kann ich es kaum erwarten, bis es weitergeht.
Fazit
Ein überraschend mitreißender zweiter Band von Die Gilden von Fantome. Alte Bekannte treffen auf neue Charaktere, aber im Mittelpunkt stehen weiterhin Sera und Ransom. Spannung und Emotionalität sorgen für eine wahre Gefühlsachterbahn, sodass dieses Buch Potenzial für einen Pageturner hat.
Ich vergebe viereinhalb von fünf Sternen, belasse es aber bei vier, sowie eine klare Leseempfehlung.