Was wäre, wenn Iulius Cäsar das Attentat an den Iden des März, am 15. März 44 v. Chr. überlebt hätte? Wie hätte sich das Römische Imperium und mit ihm die von ihm beeinflusste Welt verändert? Dieser Frage geht Michael Peinkofer in diesem Roman nach.
Die Vorstellung alternativer oder paralleler Welten fasziniert mich schon lange, die Frage, was wäre, wenn man sich an der einen oder anderen Stelle anders entschieden hätte. Eine veränderte Entscheidung liegt auch dem Gedankenspiel Michael Peinkofers zu Grunde, eine, die man durchaus auch nachvollziehen kann. Um sie zu erklären und wohl auch, um den Leser:innen die Vorgeschichte noch einmal, für manche vielleicht auch erstmalig, nahe zu bringen, setzt der Roman nicht beim Attentat an, sondern bereits ein Jahr vorher. So kann man auch nachvollziehen, warum überhaupt ein Attentat auf Caesar geplant wurde. Hier lernt man auch schon die meisten der Charaktere, die in diesem Roman eine Rolle spielen, kennen. Zu Beginn gibt es übrigens ein sehr nützliches Personenverzeichnis.
Cäsars Gemütsverfassung nach dem überlebten Attentat, denn stattfinden wird es auch hier, finde ich sehr nachvollziehbar, auch vieles, was danach geschieht, kann man sich vorstellen, der Autor hat nicht ins Blaue hineinfabuliert, sondern blieb auf dem Boden der Möglichkeiten, wenn ich auch manchen Charakter in meinen Augen zu negativ dargestellt fand. Was mich persönlich gestört hat, ist, dass der Roman bereits ein gutes Jahr nach dem Attentat wieder endet. Es gibt zwar noch einen Ausblick in eine spätere Zukunft, ich hatte aber gehofft, dass wir viel länger bei der alternativen Geschichte bleiben. Nachdem ich den Roman gelesen hatte, war meine Enttäuschung zwar nicht mehr so groß, aber ein kleiner Wermutstropfen blieb.
Gut gefallen hat mir übrigens, dass immer wieder die geworfenen, aber noch nicht gefallenen Würfel thematisiert werden, Alea iacta est ist schließlich einer der bekanntesten Sätze, die Cäsar zugeschrieben werden. Leider gibt es keine Fußnoten, die die öfter vorkommenden lateinischen Begriffe erklären beziehungsweise übersetzen, was ein gladius ist, wissen wahrscheinlich viele, aber was clementia, subigitatrix oder pomerium ist, vielleicht nicht. Manches kann dem Kontext entnommen werden, anderes nicht. Auch eine Bibliographie hätte ich mir gewünscht.
Wie ich gesehen habe, wird es von Michael Peinkofer weitere Romane nach diesem Muster geben, darauf bin ich schon sehr gespannt, Möglichkeiten für alternative Historie gibt es schließlich genug.
Michael Peinkofer hat das Was wäre wenn Cäsar das Attentat an den Iden des März überlebt hätte, interessant fortgesponnen, unsere Welt sähe heute womöglich ganz anders aus. Ich persönlich wäre zwar gerne länger an Cäsars Seite geblieben, habe den Roman am Ende aber trotzdem zufrieden zugeklappt, und bin nun auf weitere Gedankenspiele des Autors gespannt.