Nach der Zerstörung des Himmelsamuletts finden sich Cass und Nox allein im dritten Hof wieder - getrennt voneinander. Trotz der Verletzungen, die sie sich gegenseitig zugefügt haben, spüren sie ein innerliches Band, das ihnen den Weg zueinander zeigt. Ihnen ist klar, dass sie zusammen arbeiten müssen, um die von Iris gestellte Aufgabe zu erfüllen, die immer noch vorhandene Anziehung macht es ihnen nicht unbedingt leichter. Und obwohl die Umwelt des dritten Hofes durch die vielen Jahrzehnte der Herrschaft der Nacht deutlich sichtbar geschädigt ist, braucht es einen langen Weg, ehe Nox und Cass erkennen, was wirklich das Beste für dieses Reich ist.
"And Midnight Fades to Dawn" von Nina Schilling ist der zweite Band einer fantasievoll geschriebenen Dilogie. Zum Verständnis sehe ich es als unabdingbar an, zunächst den Vorgänger "When Shadows Darken the Sun" gelesen zu haben, da die Handlung hier nahtlos weiter geführt wird. Die Protagonisten Nox und Cass mochte ich bereits im ersten Teil sehr, auch in der Fortsetzung habe ich sie gern begleitet. Der Focus lag erneut stark auf den beiden Hauptfiguren, alle anderen Personen waren nur so weit charakterisiert, wie es für ihren Einsatz in der Geschichte notwendig war, oder wie sie von Cass oder Nox wahr genommen wurden. Nichtsdestotrotz habe ich sie alle authentisch und lebensecht empfunden.
Der Schreibstil ist ein weiterer Pluspunkt dieses Buches, ich wurde locker und leicht durch die Handlung geführt, allerdings fand ich die Spannung recht wechselhaft dosiert. Nach dem anfänglich etwas zähen Umherirren unserer Protagonisten in der unbekannten Ödnis, war ich emotional doch noch tief in die Geschichte eingetaucht und mochte den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Gegen Ende steigerte sich das Tempo erneut deutlich, es gab einige Plottwists, die ich nicht kommen sah. Abgesehen von den explizit beschriebenen Erotik-Szenen sehe ich den Roman dennoch eher im Jugendsektor angesiedelt, habe ich mich insgesamt aber gut unterhalten gefühlt. Für diesen zufriedenstellenden Dilogie-Abschluss spreche ich daher gern eine Leseempfehlung aus.
Fazit: Nach dem etwas langatmigen Einstieg hat mich das fantasievolle Finale der magischen Dilogie gefesselt und prächtig unterhalten, so dass ich das Buch gern weiter empfehle.