Dieser historische Roman ist der erste, den ich von Volker Dempf gelesen habe und ich habe es an keiner Stelle bereut zum Buch gegriffen zu haben. Obwohl dies bereits der zweite Band der Reihe ist, hatte ich keine Probleme in das Jahr 1505 und damit den zweiten Teil um den Machtbereich von Jakob Fugger einzutauchen. Hilfe gibt der Autor gleich zweifach es gibt ein Namensregister wie auch ein Glossar Erklärungen historischer Begriffe. Danke dafür.
Jakob Fugger ist Anfang des 16. Jahrhunderts auf dem Höhepunkt seiner Macht. Seine beiden Brüder sind nach außen hin zwar noch Vertreter des Fuggerimperiums, aber leiten tut er es allein. Mit fester Hand, oft mit herzlosen und anmaßenden Weisungen und Entscheidungen. Wer auf seine Güte vertraut, steht auf verlorenem Posten. Mir kam er sehr herrschsüchtig und nur aufs Geld fixiert vor. Beeindruckt hat Jakob mich damit, wie er in Sekundenschnelle Handsalben, gemeint sind damit Schmiergelder, auf einen Gewinn für die Zukunft durchkalkuliert. Ja man kann ihn durchaus als weitsichtig bezeichnen. Ein Kaufmann durch und durch, der die Feinheiten beim Umgang mit den Mächtigen zu nutzen weiß. Wie der Autor hier die Bedeutungen kleinster Gesten erklärt, fand ich sehr interessant.
Doch jetzt versucht jemand Jakobs Ruf zu schädigen, seine Geschäfte zu sabotieren und das Gerücht zu streuen, er wäre pleite macht die Runde. Jakob hat keine Beweise wer dahintersteckt. So beauftragt er seine Boten Afra und Herwart, den Hintermann dieser Intrigen zu finden. Eine nicht nur schwierige, sondern auch gefährliche Aufgabe für die beiden. Wie die beiden sich dieser Aufgabe, hat mich unwahrscheinlich spannend unterhalten. Wobei ich Afra, die ehemalige Diebin und Bettlerin, als wesentlich pfiffiger bei dieser Suche erlebt habe. Nicht zu vergessen ihr Hund, aus einer Laune heraus Fugger genannt, der seine Herrin bis auf Blut verteidigt. Von mir gibts 5 Lese-Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.