Das Cover des Buches ist zwar nicht unbedingt schön, aber dafür gut gewählt: Man sieht eine Frau, die einen Vorhang aufzieht, hinter dem sie bisher verborgen war. Das trifft den Inhalt perfekt.
Die Geschichte dreht sich um Tilda. Sie ist Anfang 50, erfolgreich im Leben, geschieden und die Kinder sind aus dem Haus. Plötzlich stellt sie fest, dass sie regelrecht unsichtbar wird und sie bemerkt, dass es vielen anderen Frauen in ihrem Alter ganz genau so geht. Tilda kämpft schließlich mit den verschiedensten Mitteln gegen diese Krankheit an, wird gesund, findet am Ende eine neue Liebe und hilft fortan auch anderen Frauen dabei, wieder gesund zu werden. Das Ganze fungiert als klares Sinnbild dafür, dass Frauen ab einem gewissen Alter in den Augen vieler Menschen einfach nicht mehr zählen und auch die körperliche Attraktivität nachlässt.
Das Buch zeigt aber auch, dass dies oft nur geschieht, weil die Frauen es selbst zulassen. Sie hören auf eine böse, innere Stimme, die alles nur pessimistisch sieht und sie herabwürdigt. Die Kernbotschaft lautet: Erst wenn man mit sich selbst im Einklang ist, wird man auch von anderen wieder positiv wahrgenommen. Das ist im Grunde eine weise Erkenntnis, die eigentlich jeder erwachsene Mensch, völlig egal welchen Geschlechts, verinnerlichen sollte.
Obwohl die Geschichte mit einem gewissen Augenzwinkern erzählt wird, lässt mich der Roman am Ende doch sehr zwiespältig zurück. Mir gefällt die Art und Weise der Umsetzung einfach nicht besonders. Für meinen Geschmack hat sich die Handlung beim Lesen eher in die Länge gezogen, anstatt mich wirklich tiefer zum Nachdenken anzuregen. Wegen der eigentlich wichtigen Thematik und der guten Grundidee gebe ich aber noch knappe vier Sterne.