Mein Sohn (knapp 12) und ich haben im Sommer Band 1 der Reihe verschlungen und waren total begeistert, so dass wir das Erscheinen von Band 2 herbeisehnten.
Die dreizehnjährige Mika lebt und arbeitet im Jahr 1880 im Waisenhaus in Stockholm. Ihr fällt auf, dass sich ein paar Kinder seltsam verhalten und teils die Schule schwänzen. Da es in Stockholm zeitgleich eine Serie von Diebstählen gibt, ist Mika in Sorge, dass die Kinder darin verwickelt sein könnten, und stellt Nachforschungen an. Hierbei kommt sie einer geheimnisvollen Frau auf die Spur und gerät dabei unversehens selbst in Gefahr.
Schon in Band 1 hatten wir Mika und den rauen Kommissar Valdemar Hoff liebgewonnen. Das Setting ist wieder recht düster und insbesondere gegen Ende auch etwas blutig, so dass ich die Altersempfehlung von 10 Jahren aufwärts keinesfalls unterschreiten würde. Hunger, Armut, Hoffnungslosigkeit, (Polizei-)gewalt gegen Kinder, versuchter Mord werden thematisiert und sorgen für eine ernste Grundstimmung.
Sehr gut gefiel meinem Sohn und mir, dass es Johan Rundberg durch seinen dichten und präzisen Stil wieder gelingt, auf lediglich 192 Seiten eine komplexe und spannende Geschichte zu entwickeln, die die Atmosphäre um 1880 lebendig werden lässt. Auch die Einbindung der historischen Vega-Expedition unter Leitung von Nordenskiöld fanden wir spannend und sie regte uns dazu an, hierzu noch etwas zu googeln, ebenso zu Magatama-Perlen aus Japan. Die Geschichte rund um die Meisterdiebin erschien uns allerdings in der Rückschau recht konstruiert und an einigen Punkten unlogisch. Diese fielen auch meinem Sohn sofort auf und er kam direkt nach dem Ende des Buches von selbst darauf zu sprechen.
Da wir die Story in Band 2 leider nicht so überzeugend fanden wie bei Der Ruf des Nachtraben, vergeben wir diesmal 4 von 5 Sternen. Wir sind jedoch auf jeden Fall sehr gespannt, wie es mit Mika, Valdemar Hoff und den anderen weitergehen wird und freuen uns schon auf Band 3!