Werner Pohlmann entfaltet eine Theorie des Psychischen, in der der Augenblick als Erfahrungsraum eine zentrale Rolle spielt. Dabei greift er auf einen phänomenologischen Ansatz zurück. Demnach zeigt sich das Psychische nicht im Gegensatz zum Körperlichen, sondern als eine Weise, die Welt zu erfahren und sie zu behandeln. Im Moment des Erlebens zeigt sich das Ganze - und damit auch die ästhetische Struktur psychischer Prozesse. Für die Psychoanalyse eröffnet sich daraus eine neue Perspektive: Sie wird als ästhetisch strukturierte Behandlungspraxis verständlich. Pohlmanns Überlegungen richten sich an Psychoanalytiker*innen, die ästhetische, philosophische und klinische Dimensionen neu denken wollen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
1 Wissenschaftstheoretische Voraussetzungen im Hinblick auf die Entwicklung eines neuen »psychischen Gegenstandes« der Psychoanalyse
2 Ein psychischer Gegenstand in der Psychoanalyse Freuds
3 Phänomenologie und Gestaltpsychologie als Weiterführungen des Ansatzes eines psychischen
Gegenstandes bei Freud, Seelisches als einen Konstruktionszusammenhang zu verstehen
4 Der »Augenblick« als »glücklicher Gegenstand« (Goethe) der Psychoanalyse
5 Auffassungen des Sinnlichen in der Psychoanalyse
6 Die Folgen unterschiedlicher Gegenstandsbildungen hinsichtlich eines Verständnisses vom Empfinden für die psychoanalytische Behandlungstechnik
7 Sinnliches als »Spur« auf dem Weg zur Entfaltung eines Sinns
8 Behandlungstechnische Implikationen
9 Gibt es ein Sinnverstehen ohne Interpretation?
10 Implikation und Explikation des seelischen Geschehens als eines Ganzen in vier Versionen
11 Das Paradox des Augenblicks
Literatur