Bisher kannte ich aus der Feder von Susanne Arnold lediglich Krimis aus Kent, die ich allesamt sehr mag. Dass es sich bei dem neuen Cosy Crime um einen Koblenzer Regionalkrimi handelt, hat mich zunächst überrascht, dann sehr gefreut, denn ich wohne nicht weit von Koblenz weg, habe lange Jahre dort gearbeitet und kenne die Stadt sehr gut.
Die Geschichte spielt im fiktiven Stadtteil Immenberg, wo Kirmes bevorsteht. Rita und ihre Freundinnen Daniela und Regine sind begeisterte Musikerinnen im Musikverein Schöne Töne, der fleißig für den Auftritt auf der Kirmes übt. Der Proberaum liegt über der Kneipe von Zapfhahns Uli, der wie viele andere Dörfler einen Spitznamen hat. Keinen Spitznamen hat Henriette Bachmann, stattdessen hat die Cholerikerin an allem was zu meckern und versucht, die Kirmes wegen fehlender Genehmigungen zu sabotieren.
Als Henriette tot im Bach liegt, gerät Rita als zweite Vorsitzende des Musikvereins ganz schnell ins Visiert der Kommissare Deppert und Trottmann. Die sind jedoch alles andere als fähig, den Fall aufzuklären, und so bleiben Rita, Daniela und Regine nichts anderes übrig, als selbst die Ermittlungen aufzunehmen.
Was mir hier absolut super gefällt, ist der Lokalkolorit, der sich immer wieder im Koblenzer Dialekt äußert. Die Bewohner Immendorfs sind humorvoll, hilfsbereit und auch ein bisschen schrullig, was sie absolut sympathisch macht. Die Begleitmusik spielen die Schönen Töne und natürlich die Kirmes als Hintergrundveranstaltung. Total klasse finde ich den Humor, der immer wieder hervorblitzt und mir oft ein Lächeln ins Gesicht zauberte.
Susanne Arnold hat es wieder einmal geschafft, mich mit ihrem wundervollen Schreibstil und den subtil gestreuten Hinweisen sofort abzuholen. Die witzigen Namen, die die Bewohner von Immendorf haben und mit denen sich die Kommissare immer wieder schwertaten, gaben der Geschichte wegen des Wortwitzes noch einmal einen besonderen Reiz. Es gab viele Fragen, die sich im Laufe der Geschichte verdichtet und zum Ende hin wunderbar aufgelöst haben. Alle Fäden sind zusammengelaufen und haben die Lösung des Falls sehr glaubhaft wirken lassen. Bis zum Schluss war mir nicht klar, wer der Mörder ist. Das macht für mich den Reiz eines guten Krimis aus. Ich gebe der Geschichte volle 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung an alle, die Cosy Crime mit Regionalbezug mögen.