In "Der Aufstand der Massen" diagnostiziert José Ortega y Gasset die geistige und politische Krise der Moderne: das Hervortreten des "Massenmenschen", der von technischen Errungenschaften profitiert, ohne deren kulturelle Voraussetzungen zu verstehen. In einem eleganten, aphoristisch zugespitzten Essaystil verbindet Ortega Kulturkritik, Soziologie und politische Philosophie. Das 1930 erschienene Werk steht im Kontext europäischer Zwischenkriegsdebatten über Demokratie, Liberalismus, Elitenbildung und die Gefährdung zivilisatorischer Ordnung. Ortega y Gasset, 1883 in Madrid geboren, war Philosoph, Publizist und einer der einflussreichsten spanischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Seine Ausbildung in Spanien und Deutschland, besonders die Auseinandersetzung mit Neukantianismus, Phänomenologie und Lebensphilosophie, prägte sein Denken. Als liberaler Beobachter einer politisch polarisierten Epoche schrieb er aus der Sorge heraus, dass Spezialisierung, Konformismus und historisches Vergessen die Freiheit ebenso bedrohen wie autoritäre Bewegungen. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die die geistigen Grundlagen moderner Massengesellschaften verstehen wollen. Trotz mancher zeitgebundener Urteile bleibt Ortegas Analyse provokativ aktuell: Sie fordert dazu auf, Bildung, Verantwortung und individuelle Urteilskraft gegen Selbstzufriedenheit und kollektive Vereinfachung zu verteidigen.