Nationalsozialismus, Krieg, Vertreibung, Gebietsverlust: Die östlichen Provinzialkirchen der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union trifft es 1945 besonders hart. Die Veröffentlichung zeigt den Kampf der drei "Rumpfprovinzen" um Vergangenheitsbewältigung und Neuanfang.
Stunde Null (im Osten) Deutschlands: Wie evangelische Landeskirchen nach Krieg und Nationalsozialismus um einen Neuanfang kämpften
Andrea Vanessa Hubers Untersuchung ist vergleichend angelegt. Die Situation der evangelischen Landeskirchen in Pommern, Berlin-Brandenburg und Schlesien wird anhand von vier Kriterien dargestellt. Auf die Beschreibung der organisatorischen Neuordnung nach dem Kriegsende 1945 folgt die Analyse der vorgenommenen personalpolitischen Maßnahmen, also im Wesentlichen der Umgang mit nationalsozialistisch und/ oder deutsch-christlich belasteten kirchlichen Amtsträgern. Besondere Herausforderungen in den Bereichen Seelsorge und Diakonie, die nicht nur aus dem Kriegsende, sondern auch aus den erheblichen Gebietsverlusten aller drei Landeskirchen resultieren, sind das dritte Untersuchungskriterium. Unter dem Titel/Begriff der mentalen "Vergangenheitsbewältigung" präsentiert die Autorin Sinndeutungen der sehr krisenhaften unmittelbaren Nachkriegszeit. Eingeschlossen sind Auseinandersetzungen mit der Barmer Theologischen Erklärung oder der Stuttgarter Schulderklärung. Dissertationsschrift