Ich bin ein großer Fan von Julius Fischers Anthalogien der Reihe "Ich hasse Menschen". Hier bei Teil 3 hat er wieder eine Live-Lesung aufgenommen, was erheblich dynamischer wirkt, als Teil 2, auch wenn das Publikum nicht im Vordergrund steht und auch nicht minutenlang lacht und applaudiert (außer am Ende - Gott sei Dank).
Teil 3 handelt von seiner eigenen Odyssee mitten in der Nacht quer durch Leipzig, weil eins seiner Kinder - und somit auch er - nicht schlafen kann. Wenn man sich gut in der Stadt auskennt, hat es nochmal seinen besonderen Reiz, weil man durch seine Beschreibungen genau weiß, wo er gerade ist, aber auch Ortsunkundige werden ihren Spaß haben.
Ganz wischtsch finde ich, dass Enrico, der Dynamo-Ultra wieder dabei ist! Auch wenn es der "Dschaliäs" nicht gerne hören wird, aber Enni ist einfach das Salz in der Suppe! Vielleicht sollte er auch mal ein eigenes Hörbuch bekommen... Just thinking... ;-)
Fast schon schockiert war ich, als Julius nonchalant zugegeben hat, dass die Handlung von Teil 2 rund um Sucknitz und seiner Trennung von seiner Ehefrau nur ausgedacht war! Wäre ja auch echt sportlich gewesen, danach in so kurzen Abständen gleich 2 Kinder zu produzieren und im Prinzip bin ich ja froh, dass privat bei ihm eben kein Ausnahmezustand geherrscht hat.
Teil 3 haut dann auch wieder eher in die Kerbe von Teil 1, auch wenn hier eher weniger die direkten Begegnungen mit Menschen eine Rolle spielen, sondern sich viel im Kopf von Julius Fischer abspielt. Das ist für mich total in Ordnung und ich habe durchaus viel gelacht und ein paar Denkanstöße waren sogar auch dabei. Schön ist, dass der Autor sich auch nicht über andere überhöht und über sich selbst lachen kann - was bleibt einem sonst auch anderes übrig... ;-)
Fazit: Schönes Hörbuch, ein wenig mehr "Back to the Roots", für Menschen mit und auch ohne Kinder geeignet und absolut empfehlenswert!