Cover & Klappentext
Das Cover von Band eins ist schon toll, aber dieses hat mich wie magisch angezogen. Die Farbgebung und die Details sind perfekt aufeinander abgestimmt, sodass man sofort den richtigen Eindruck von dem Buch bekommt.
Der Klappentext spricht für eine würdige Fortsetzung. Ich konnte also gar nicht anders, als Alexis Geschichte weiterzuverfolgen.
Meinung
Alexis Welt ist unwiderruflich zusammengebrochen. Nichts ist mehr, wie es schien. Nur der Verrat ist geblieben.
Der einzige Lichtblick sollte ihre Schwester sein, nach der sie so lange gesucht hat, doch sie wirkt so unnahbar wie eine Fremde.
Aufgrund eines Deal ist Alexis gezwungen, in Tartarum zu bleiben, wo sie wegen ihrer erwachenden Kräfte das Interesse der Daimonen-Clans auf sich zieht. Anstatt aufzugeben und sich manipulieren zu lassen, kämpft Alexis, denn sie weiß, dass so viel mehr auf dem Spiel als das, was sie verloren hat das Gleichgewicht der Welten wiederherzustellen.
Aus der Sicht von Alexis wird man durch das Geschehen geführt.
Dank der Zusammenfassung hatte ich kaum Schwierigkeiten, wieder in die Story zu finden. Das wurde zusätzlich dadurch erleichtert, dass man gefühlt sofort in die Handlung geworfen wird.
Die Fortsetzung knüpft direkt an den ersten Teil an, sogar das Tempo wurde beibehalten.
Es ist erstaunlich, wie anders ich die Hauptprotagonisten, die ich schon aus Band eins kannte, wahrgenommen habe. Alexis war für mich greifbarer, während Corin aufgrund der Geschehnisse seine lockere Art verloren hat. Allerdings gab es trotzdem genügend Charaktere, die für eine gewisse Leichtigkeit sorgten, sodass die Schwere, die auch diesem Buch anhaftet, nicht zu erdrückend wurde.
Der Schreibstil überzeugt auch hier durch schöne Formulierungen, obgleich sich wiederholt ein paar Stolpersteine eingeschlichen haben. Jedoch nicht so viele wie im ersten Teil.
Passend zum Inhalt wirkt der Schreibstil etwas anspruchsvoll, wobei es eher die Handlungsstränge sind, die den Leser zwingen, dranzubleiben, um nicht den Anschluss zu verlieren.
Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass sich hier alle losen Fäden verknüpfen lassen. Dafür ist die Story zu komplex. Aber der Autorin ist es tatsächlich gelungen, den Großteil zu einem würdigen Abschluss zu bringen. Ein paar Kleinigkeiten blieben zwar offen, sind aber im Gesamtgefüge zu vernachlässigen.
Während in Band eins einige Charaktere noch etwas blass wirkten, glänzen sie hier durch Präsenz. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Hauptprotagonisten handelt oder Randfiguren. Niemand geht wirklich unter. Das war beeindruckend. Insbesondere weil es eine Vielzahl an Charakteren gab, die durch ihre Eigenheiten schnell im Gedächtnis blieben.
Der Schwerpunkt der Geschichte liegt in erster Linie auf der Handlung, weniger auf der Weiterentwicklung. Natürlich ist diese auch vorhanden, aber eher reduziert. Das stört nur bedingt, weil das relativ rasante Tempo die Aufmerksamkeit auf die jeweilige Situation lenkt. Während es in Band eins noch einige Längen gab, hätte ich mir hier mehr Entschleunigung gewünscht. Das wäre notwendig gewesen, um Schlüsselszenen Raum zu schaffen. So gingen sie leider komplett unter.
Vielleicht ist die recht hohe Geschwindigkeit auch dafür verantwortlich, dass die Autorin manchmal vom zuvor beschrittenen Weg abgekommen ist. Das ist mir allerdings nur zweimal aufgefallen.
Das Ende kam erwartungsgemäß schnell und wirkte auf mich wie ein Sturz. Der Aufprall wurde allerdings durch den Epilog deutlich abgemildert, sodass ich Tartarum entspannt verlassen konnte.
Fazit
Ein deutlich stärkeres Finale in Vergleich zu Band eins, das mit Temperament und einem außergewöhnlichen Weltenbau überzeugt, in der Spannung und auch tiefer gehende Emotionen nicht zu kurz kommen.
Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.