Nachdem Lucia am Ende des ersten Bandes in Murias Nebelpalast gefangen genommen wurde, knüpft die Geschichte nahtlos an die bisherigen Ereignisse an. Um überhaupt eine Chance auf ihre Freiheit zu bekommen, geht sie einen gefährlichen Handel ein. Sie gibt vor, die Seiten gewechselt zu haben und Muria zu helfen, obwohl ihr eigentliches Ziel darin besteht, ins Nordgebirge zu gelangen und dort weiter für das Feuerland zu kämpfen.
Die Handlung ist von Beginn an spannend erzählt und hat mich schnell wieder in ihren Bann gezogen. Lucia ist für mich eine außergewöhnliche und mutige Heldin, die selbst in schwierigen Situationen zu ihren Freunden hält und nicht aufgibt. Gerade diese Stärke macht sie zu einer Figur, mit der ich gerne mitgefiebert habe. Tiu, der Sohn der Nebelhexe Muria, ist ein sehr interessanter Charakter. Einerseits wirkt er unberechenbar, andererseits zeigt er immer wieder Seiten, die Zweifel daran aufkommen lassen, ob er wirklich auf der falschen Seite steht. Die Frage, ob Lucia ihm vertrauen kann, sorgt immer wieder für Spannung. Dazu kommt ein kleines Liebesdreieck zwischen Lucia und ihren beiden männlichen Begleitern, welches die Geschichte aufwertet.
Sarah Fleury erschafft erneut eine wunderschöne Fantasiewelt mit einer dichten Atmosphäre. Beim Lesen hatten wir die magische Feuerwelt vor Augen und konnten uns die Schauplätze lebhaft vorstellen. Die Beschreibungen laden dazu ein, ganz in die Geschichte einzutauchen.
An einigen Stellen sind die Passagen etwas langatmig geraten, wodurch sich das Tempo kurzzeitig verlangsamt. Insgesamt hat das meinem Leseeindruck aber keinen großen Abbruch getan.
Fazit:
Auch der zweite Band konnte mich mit einer spannenden Handlung, einer starken Heldin und einer atmosphärischen Fantasywelt überzeugen. Jetzt sind wir umso gespannter darauf, wie Lucias Geschichte weitergeht.