Inhalt: Als Erstgeborene ist Bryn dazu bestimmt, Soldatin zu werden und eines Tages ihre Heimat Darst gegen die gefürchteten Magier des Nachbarlandes Arcania zu verteidigen. Kurz vor ihrer Abschlussprüfung taucht jedoch eine verschlüsselte Nachricht unter ihren Habseligkeiten auf. Die Botschaft warnt sie, dass ihre kleine Schwester Wren in Gefahr ist. Bryn kann die Warnung nicht ignorieren und macht sich auf die Suche nach ihrer Schwester. Dabei ist sie ausgerechnet auf die Hilfe des Magiers Ash angewiesen. Je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto stärker fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Doch kann sie einem Mann vertrauen, der zu den Feinden ihres Volkes gehört?
Meinung: Dieses Buch ist ein gelungener Auftakt einer spannenden Dystopie und konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln.
Im Mittelpunkt steht die junge Soldatin Bryn, die gelernt hat, Befehle zu befolgen und fest an die Werte ihrer Heimat glaubt. Für sie steht außer Frage, dass Magie gefährlich ist und ihr Schicksal darin besteht, zu kämpfen. Ebenso selbstverständlich ist für sie die Vorstellung, Abstand zu ihren Geschwistern zu halten und keinen Platz für Liebe in ihrem Leben zu haben. Bryn ist stur, mutig und entschlossen. Im Verlauf der Geschichte beginnt sie jedoch, hinter die Fassade ihrer Welt zu blicken und vieles zu hinterfragen, was sie bisher für die Wahrheit gehalten hat.
Die Handlung wird nicht nur aus Bryns Sicht erzählt. Auch ihr jüngerer Bruder Asa kommt zu Wort. Als hochbegabter Gelehrter vermisst er seine Schwestern sehr und versucht, seinen Platz in der Welt zu finden. Ergänzt werden diese Perspektiven durch Overst, Bryns Vorgesetzten, der Grausamkeit und Tod nur allzu gut kennt.
Besonders interessant fand ich die Rolle von Wren, Bryns jüngster Schwester. Als Letztgeborene hat sie eine Bestimmung, die den anderen verborgen bleibt. Mit dreizehn Jahren verschwinden alle Letztgeborenen, um später angeblich zum Sieg ihres Volkes beizutragen. Was wirklich mit ihnen geschieht, weiß jedoch niemand.
Ash stammt aus der Bevölkerungsgruppe der sogenannten Bastarde. Sie besitzen keine Rechte und werden wie Menschen zweiter Klasse behandelt. Bryns Abschlussprüfung besteht sogar darin, mindestens einen von ihnen zu töten. Ash ist geheimnisvoll, charmant und faszinierend. Die Annäherung zwischen ihm und Bryn hat mir sehr gefallen, denn sie wirft immer wieder die Frage auf, ob Vertrauen zwischen Feinden überhaupt möglich ist.
Mein persönlicher Lieblingscharakter war allerdings Poe. Er ist außergewöhnlich mächtig und musste deshalb schon viel Leid ertragen. Mit seinen spitzen Bemerkungen bringt er besonders Bryn regelmäßig zur Weißglut. Gleichzeitig besitzt er eine Ausstrahlung, der man sich kaum entziehen kann.
Die Welt der Geschichte ist geprägt von Ungerechtigkeit, Lügen und verborgenen Wahrheiten. Es gibt zahlreiche Geheimnisse zu entdecken, spannende Rätsel zu lösen und viele Gefahren zu überstehen. Dadurch blieb die Handlung durchgehend interessant und abwechslungsreich. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und bin sehr gespannt darauf, wie es mit den Figuren weitergeht.
Fazit: Eine spannende Dystopie mit interessanten Charakteren, vielen Geheimnissen und einer fesselnden Handlung. Mich konnte das Buch bis zum Schluss überzeugen und ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Klare Leseempfehlung!