
Flucht und politisches Handeln sind ideengeschichtlich verknüpft, denn Verfolgung, Entrechtung und Vertreibung sind immer auch gewaltsame Angriffe auf die Pluralität. Daher hat das moderne Asylrecht nicht nur eine humanitäre, sondern auch eine politische Funktion: die Wiederherstellung von individueller Freiheit und politischer Autonomie, deren Voraussetzung ein Ort ist, an dem Menschen bleiben und wirken dürfen. Moritz Riemann verbindet die Untersuchung der Flucht als Denkfigur mit den Herausforderungen zeitgenössischer Migrationsethik und transnationaler Demokratietheorie. Die philosophische Reflexion verweist dabei auf die politische Aufgabe, mit dem Schutz von Geflüchteten auch die Demokratie selbst zu schützen.
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