Cover & Klappentext
Dieses Cover wurde passend zu Band eins erstellt, sodass die Zugehörigkeit sofort deutlich wird. Mir gefällt es sogar noch besser als das vorangegangene.
Besonders ist, dass man die Autorin schon an ihren Covern erkennt. Gefällt mir.
Der Klappentext ist gelungen und macht neugierig auf mehr. Da ich Band eins bereits kenne, war es für mich nicht allzu wichtig.
Meinung
Da die Bände aufeinander aufbauen, ist es notwendig, den ersten Teil zu kennen, bevor man mit der Fortsetzung weitermacht.
Nachdem Raisas Forschung zuerst manipuliert und schließlich zerstört wurde, macht sie sich auf die Suche nach den Verantwortlichen sowie nach Gideon, dem einzigen Wolfswandler. Obwohl ihre Nachforschungen zu einer Verhaftung wegen Mord führen, lässt sie sich nicht unterkriegen. Stattdessen werden Erinnerungen an ihre Kindheit wach. Doch um voranzukommen, braucht sie Gideon, der Raisa lieber aus dem Weg geht.
Als sie es endlich schafft, ihn zu einer Zusammenarbeit zu bewegen, erkennen beide schnell, dass die Hintergründe komplexer sind als angenommen. Zwischen Magie, Geheimnissen und dem Wunsch nach Rache kochen auch andere Emotionen hoch, die womöglich ein Fehler sind, oder?
Wie schon in Band eins steht auch Raisa in der Fortsetzung wieder im Fokus. Obwohl es keine Zusammenfassung gibt, hatte ich keinerlei Probleme, wieder Anschluss zu finden, da die Autorin immer wieder die Vergangenheit konkretisiert.
Der Schreibstil ist auch hier entspannt geschmeidig, ohne diverse Stolperstellen. Die Wortwahl ist passend gewählt worden. Nur das Tempo ist für mich etwas zu gemächlich, zumindest anfangs. Erst im Verlauf wird es rasanter.
Die Autorin verliert sich in den ersten Kapiteln sehr oft in Erklärungen, die teilweise extrem ausuferten, sodass ich Schwierigkeiten hatte, dranzubleiben. Hintergründe sind wichtig, um Raisas Arbeit zu verstehen, aber dabei wurde meines Erachtens nach zu sehr in die Tiefe gegangen. Zum Glück bleibt es nicht dabei, denn zu viele Erklärungen bringen die Story nicht voran, sondern sorgen nur für unnötige Längen.
Die Hauptprotagonistin war mir von Anfang an sympathisch. Das hat in diesem Teil etwas nachgelassen. Gerade zu Beginn wirkte sie konfus und irgendwie hilflos. Natürlich ist das verständlich, weil ihr ganzes Leben in der Forschung steckte, insbesondere der Hintergrund, das Versprechen an ihre Zwillingsschwester zu halten. Da gibt es nicht viel Gelegenheit für lockeres Geplänkel. Dennoch habe ich sie kaum wiedererkannt.
Ihre Stärke und ihr Wille, nicht aufzugeben, wirkten allerdings vertraut. Und im Verlauf kam wieder ihr altes Ich durch, was mich mit ihr versöhnt hat.
Gideon lernt man näher kennen, auch wenn er für mich noch nicht hundertprozentig greifbar wirkt. Er nimmt deutlich mehr Raum ein, was aufgrund der Weiterentwicklung der Geschichte notwendig ist. Ob die beiden, Raisa und Gideon, so richtig matchen, kann ich noch nicht eindeutig beantworten. Das ist aber auch nicht notwendig, denn so ergibt sich viel Spielraum für weitere Bände.
Während im ersten Band die Tragik durch Witze aufgefangen wurde, ist das hier nicht der Fall. Das generiert mehr Tiefe und ist auch angebracht. Eine Geschichte darf negative Emotionen vermitteln. Und das ist der Autorin gelungen. Man kann sich gut in Raisa und Gideon hineinversetzen.
Insgesamt wurden einige Schwächen aus Band eins ausgemerzt, andere blieben erhalten. So richtig kann ich nicht beurteilen, ob ich an dieser Reihe dranbleibe. Sie vermag stellenweise zu fesseln, aber überzeugt nicht auf ganzer Linie. Dazu kommt, dass ich von der Autorin Besseres gewohnt bin.
Fazit
Auch in der Fortsetzung brilliert die Hauptprotagonistin mit ihrer Durchsetzungsfähigkeit und Stärke. Mit Gideon, der hier mehr Präsenz besitzt, schafft sie es, den Teil voranzubringen.
Wem der erste Band gefallen hat, der wird auch hier glücklich.
Ich vergebe erneut drei von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.