Für mich waren das nette und unterhaltsame Lesestunden mit Madame Mort. Ein bunter Reigen von Figuren bevölkert diese Geschichte, manche liebenswert, andere weniger, auch eigenwillige bis skurrile sind dabei. Der ebenso unkomplizierte wie unterhaltsame Erzählstil sorgt für ein entspanntes Lesevergnügen. Ein wenig mehr erzählerischen Esprit wäre nicht übel gewesen, dafür mochte ich die witzig amüsanten, bisweilen auch etwas hintersinnigen Dialoge. Ich würde mal sagen, man bekommt in etwa was das Cosy-Crime-Herz begehrt.
Nach dem atmosphärischen Eingangsgeplänkel wird es dann auch kriminalistischer. Der tote Onkel ihres Lieblingsgemüsehändlers wird entführt, aus dem Bestattungsinstitut, kurz vor der geplanten Beerdigung. Derart unerhörte Geschehnisse in ihrem geliebten St. Pierre lassen ihr keine Ruhe, und so macht sich die ebenso sympathische wie trinkfeste Pathologin Berthe Saunier daran, diesen bizarren Vorfall zu klären. Manchmal kommt es dabei zu herrlich absurden Situationen, deren Hauch von Slapstick mich zum Lachen gebracht hat. Doch auch spannende Momente und ernstere Aspekte finden sich in der Krimihandlung, die insgesamt recht gut entwickelt wird, die Ermittlungen von Berthe schön zusammengepuzzelt.
So manche Seite wird gefüllt mit Beschreibungen von Atmosphäre, Land und Leuten, Häusern, Gärten, MarktständenFür meinen Geschmack ein bisschen zu viel und zu ausführlich, aber frankophile Liebhaber der Region haben daran bestimmt ihre Freude. Die Fans der Provence Krimis von Pierre Langrange kommen auf ihre Kosten, denn die Quer-Verbindung zu Albin Leclerc wird hergestellt und auch gehalten.