Molka, Psycho-Thriller von Monika Kim, Ebook Kiwi space
In diesem Spiel gibt es keine Zeugen - nur Täter und eine Frau, die nichts zu verlieren hat.
Dahye wird von Junjoung einem Kollegen beobachtet, durch eine versteckte Kamera auf der Toilette in der Firma, Doch Dahye beachtet ihn kaum, denn sie ist mit Hyukjoon zusammen, der zur Upperclass von Korea gehört, vermögend und einflussreich. Sie denkt es ist die große Liebe, doch er nutzt sie nur aus und spielt Spielchen mit ihr. Bis es eines Tages eskaliert, Junjoung beobachtet sie und entdeckt was Dahye getan hat. er hat sie in der Hand.
Da Buch besteht aus 28 kurzen Kapiteln, nüchtern und flüssig erzählt. Der Schreibstil ist atmosphärisch dicht und in dualer Perspektive, zum Teil aus der manipulativen, paranoiden Gedankenwelt Junyoungs und zum anderen aus der Sicht Dahyes schüchtern und devot bis sie sich in eine Art Blutrausch steigert, ausgelöst durch die paranoiden und gruseligen Erscheinungen ihrer toten Schwester. Dieser doppelte Blickwinkel lässt den Leser nur so durchs Buch fliegen ich habe das Buch an einem Tag ausgelesen. Die eingearbeiteten Horrorelemente haben mir Gänsehaut ausgelöst, die Mordszenen sind schonungslos, also nichts für zartbesaitete Gemüter.
In dieser Geschichte gibt es allerdings wirklich nur Täter, Mörder, Geister die sich rächen, Eltern die ungerecht handeln, Vorgesetzte die Angestellte ausnutzen, Spanner, Erpresser, Vergewaltiger und Betrüger. Das Hauptthema ist Molka, koreanisch, für mollae-kamera, die Abkürzung bezeichnet das heimliche Platzieren von versteckten Minikameras in privaten Räumen, um Personen ohne deren Zustimmung zu filmen oder zu fotografieren. Diese Praxis ist in Südkorea zu einem weit verbreiteten Problem geworden.
Die Figuren konnte ich mir erschreckend gut vorstellen, anfangs mochte ich Dahye eine junge vielleicht etwas naive junge Frau, tüchtig bei der Arbeit, eine gute Freundin, die mit den Eltern ein schlechtes Verhältnis hat. Durch den Verrat von Hyukjoon und die Trauer um ihre Schwester steigert sich die Protagonistin in eiskalte Wut. Da war ich nicht mehr bei ihr.
Junyoung ist geprägt von Misogynie, die er schon als Junge von seinem Vater eingetrichtert bekam, ein mieser Voyeur und gemein zu seiner Mutter, Hyukjoon spielt mit den Frauen, er benutzt und quält sie, macht Videos mit denen er vor seinen Freuden renommiert, dann ghostet er die Opfer. Alle Männer kommen hier im Buch nicht sehr gut weg, die weiblichen Charaktere fand ich aber auch nicht besonders sympathisch. Das düstere Ende war mir zu verworren und schnell abgehandelt.
Wer gerne Fitzek liest, mag dieses Buch genießen, mir waren die Horror-Elemente zu viel. Obwohl ich das Buch schnell gelesen hatte und auch spannende und fesselnde Elemente dabei waren, hat es mich insgesamt aber eher verwirrt. Dafür 3 Sterne