Erst seit wenigen Monaten lebt Nova in dem idyllischen Küstendörfchen St Tredock, zu ihren Aufgaben im Gemeindezentrum gehört auch die Leitung des eher mäßig besuchten Buchclubs. Neben dem Rentner Arthur, der seiner erblindeten Frau Liebesromane vorliest, gehören der introvertierte Teenager Ash mit einer Vorliebe für Science Fiction und Phyllis, die ganz besonders für Agatha-Christie-Krimis schwärmt, zu der kleinen Runde. Neuzugang Michael stürzt bereits beim zweiten Besuch eines Clubtreffens hektisch davon, am nächsten Morgen fehlen 10.000 Pfund in der Kasse des Gemeindezentrums. Bei der Suche nach Michael stellt sich heraus , dass am selben Abend auch seine Mutter bei einem Unfall starb - für Hobbydetektivin Phyllis ein klarer Fall von vertuschtem Mord. Gemeinsam mit den anderen Buchclubmitgliedern begibt sie sich auf Spurensuche, doch hat sie wirklich genügend von Miss Marple in sich?
"Mord ohne Vorwort" von Freya Sampson ist ein gemütlicher Krimi mit britischem Charme und liebenswert-verschrobenen Figuren, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und wunderbar unterhalten hat. Nova, die im Mittelpunkt der Handlung steht, war mir schnell sympathisch, sie und auch sämtliche andere Personen im Roman fand ich authentisch und lebensecht charakterisiert, so dass ich emotional immer an ihrer Seite war. Irritiert haben mich lediglich einige Andeutungen, die einen Vorfall in Novas Vergangenheit betreffen. Zwar gibt es am Ende auch dazu eine schlüssige Aufklärung, doch zunächst hatte ich überlegt, ob es vielleicht schon einen Vorgängerband geben könnte, wodurch den Lesenden diese Ereignisse bekannt sein sollten - da es den aber nach meiner Recherche nicht gibt, fand ich diese rätselhaften Andeutungen unpassend.
Das ist aber auch mein einziger, kleiner Kritikpunkt, die Mischung aus britischem Humor und angenehm dosierter Spannung hat meinen Geschmack genau getroffen. Der mitreißende Schreibstil ließ meiner Meinung nach keine Wünsche offen, eigentlich wollte ich an einem Sonntagnachmittag nur mal schnell in die Geschichte hinein lesen - einige Stunden später war ich an Ende angelangt. In der Zwischenzeit hatte ich viel Freude damit, die Buchclubmitglieder bei ihrer Spurensuche zu begleiten, ihre großen und kleinen Alltagssorgen mit zu erleben und natürlich mit zu raten, wer hinter dem Mord und dem Diebstahl stecken könnte. Für diesen gemütlichen Kriminalroman spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.
Fazit: Der wirklich cozy gehaltene Krimi vereint originelle Figuren mit britischen Humor und vielen Buchbezügen - mich hat dieses Lesevergnügen prächtig unterhalten, so dass ich den Roman gern weiter empfehle.