Worum gehts?
Alle Warnungen wurden ignoriert, der CO-Ausstoß nicht ausreichend reduziert. Die Folgen sind verheerend: In Deutschland herrschen selbst im November Temperaturen wie früher im Hochsommer. Doch dann greift die Umweltorganisation GREENFORCE unter der Leitung von Dr. Wim Rookwerper ein. Ihre Waffe? Ein Ballon und eine Kiste voller Nanopartikel. Ein gewagtes Experiment, das die Welt verändern könnte. Doch wer ist der geheimnisvolle Geldgeber im Hintergrund? Und welchen Preis wird die Menschheit für diesen Eingriff zahlen?
Meine Meinung:
Nach Aschesommer war ich unglaublich gespannt auf Andreas Eschbachs neuesten Roman. Und was soll ich sagen? Novembersommer hat mich regelrecht umgehauen! Eine erschreckend realistische Zukunftsvision, wissenschaftlich faszinierend und so fesselnd erzählt, dass die Seiten nur so dahinflogen!
Eschbach versteht es meisterhaft, selbst hochkomplexe wissenschaftliche Zusammenhänge verständlich und spannend zu vermitteln. Seine Schilderungen sind derart bildgewaltig und überzeugend, dass vor meinem inneren Auge ein regelrechter Film ablief. Dabei wirkt alles hervorragend recherchiert und erschreckend plausibel. Denn was hier wie Science-Fiction klingt, könnte in nicht allzu ferner Zukunft bittere Realität werden.
Im Mittelpunkt steht vor allem Josie, die sich nach dem Tod ihrer Mutter bei ihrem Vater Clemens zurückgezogen hat. Als sich ihr Ex-Freund vor laufender Kamera das Leben nimmt, gerät ihre Welt endgültig aus den Fugen. Dann landet sie bei GREENFORCE und dessen Leiter Wim Rookwerper, den mehr mit ihrem Vater verbindet, als gedacht. Hinzu kommen Josies beste Freundin Barbara, eine Politikerin, Clemens' Bruder Henning und zahlreiche weitere Charaktere, deren Schicksale sich nach und nach miteinander verweben.
Die Handlung führt uns etwa 10 bis 15 Jahre in die Zukunft. Eine Welt, in der die Klimakrise längst keine düstere Prognose mehr ist, sondern gnadenlose Realität. Extreme Hitze, Völkerwanderungen und verzweifelte Versuche, den CO-Ausstoß zu senken, bestimmen den Alltag. Und mittendrin eine ebenso faszinierende wie beängstigende Frage: Was passiert, wenn der Mensch beginnt, das Klima gezielt zu manipulieren? Geo-Engineering spielt dabei eine zentrale Rolle und welche Möglichkeiten solche Eingriffe bieten, aber auch, welche unberechenbaren Folgen sie nach sich ziehen könnten. Denn aus dem verzweifelten Versuch, die Erde zu retten, entwickelt sich ein globales Szenario, das schließlich in einer ganz anderen Katastrophe mündet.
Doch Novembersommer ist mehr als eine Dystopie. Es ist zugleich ein hochspannender Thriller voller Intrigen, politischer Einflussnahme, geheimer Machenschaften und skrupelloser Interessen. Die Handlung führt rund um den Globus, bis in ein indonesisches Gefängnis. Hinter den vermeintlich guten Absichten lauern Machtspiele und die Frage, wer am Ende die Verantwortung übernimmt, wenn alles schiefgeht. Und trotz all der Wissenschaft und weltumspannenden Ereignisse verliert Eschbach nie den Menschen aus den Augen. Ängste, Hoffnungen, Verluste und der unbändige Wille, sich selbst unter widrigsten Umständen anzupassen, verleihen der Geschichte eine unglaubliche Tiefe.
Dieses Buch hat mich gepackt, erschüttert und fasziniert! Es schürt Zukunftsängste und schenkt gleichzeitig Hoffnung. Es zeigt, wie gefährlich menschliche Eingriffe in ein ohnehin fragiles System sein können, aber auch, wie viel wir verändern könnten. Und vor allem führt es uns eines eindringlich vor Augen: Es ist längst fünf vor zwölf. Vielleicht sogar schon fünf nach zwölf.
Fazit:
Andreas Eschbach hat mich mit Novembersommer restlos begeistert! Diese Mischung aus erschreckend realistischer Dystopie, faszinierender Wissenschaft, nervenaufreibendem Thriller und großartig ausgearbeiteten Charakteren hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ich habe mitgefiebert, gestaunt, gehofft und mich immer wieder gefragt, wie weit wir von dieser Zukunft tatsächlich noch entfernt sind. Ein Roman, der mich nicht nur bestens unterhalten, sondern auch aufgerüttelt und zum Nachdenken gebracht hat!
5 klimatisch turbulente Sterne von mir!