Sydney trägt ein Geheimnis mit sich, das sie mit niemandem teilen will, da sie selbst nur schwer damit umgehen kann. Die Teenagerin lebt ein zurückgezogenes Leben, ganz anders als ihre MitschülerInnen und ihre Schwester Jules. Immer lauert in ihr die Angst, eine Uhr zu sehen, eine Uhr, die den Countdown zu den letzten 72 Stunden im Leben eines Menschen anzeigt und als leuchtend pinke Ziffern über dem Kopf des sterbenden Menschen auftaucht nur sichtbar für Sydney. Als Peter als neuer Schüler in ihre Klasse kommt, bringt er Sydney dazu neue Aspekte ihn ihrem Leben zu erkennen und wieder etwas Licht hineinzulassen. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten
Die Geschichte handelt hauptsächlich von Teenagern und die Autorin fängt deren Lebensumwelt und ihre Sprache gut ein. Die Handlung wird aus Sydneys Sicht in der Ich-Form beschrieben und gestaltet sich oft wie ein innerer Monolog, da sie ihre innersten Gedanken ungeschönt weitergibt. Die junge Frau geht sehr kritisch mit ihrer Umwelt und auch mit sich um. Durch diverse Schicksalsschläge und vor allem durch ihre Gabe oder ihren Fluch, wie sie es selbst bezeichnet, ist sie von Negativität, Angst, Vorsicht und Zynismus geprägt. Deshalb will Peter, der von all dem das Gegenteil repräsentiert, nicht in ihr Leben passen. Doch das sieht der junge Mann anders, findet Sydney in ihrer Andersartigkeit attraktiv und schleicht sich mit Beharrlichkeit in die Düsternis der jungen Frau. Durch seine Aufmerksamkeit und seine Einfühlsamkeit kommt er schnell hinter Sydneys Geheimnis. Es ist schön herausgearbeitet, wie langsam einzelne Lichtstrahlen durch Sydneys Mauern kriechen und sie nach und nach dem nachgibt, nach dem sie sich eigentlich sehnt: Lebensfreude, Sinn, Leichtigkeit, Hoffnung und Liebe.
Und dann passiert das, was der Titel des Buches schon ahnen lässt. Es wird ein recht intensives Leseerlebnis, gleichzeitig schwingt auch viel Akzeptanz mit. Das hat sich beim Lesen auch auf mich übertragen und hat mich irgendwie verwirrt, jedoch auf keine unangenehme Weise. Die Liebesgeschichte zwischen Sydney und Peter ist etwas kitschig, aber auch wunderschön. Besonders hat mir gefallen, wie unterschiedlich die beiden die Welt erleben und sich darüber austauschen. Es gibt einige Textstellen, die (be)merkenswert sein.
Ein schönes Buch mit vielen Emotionen!