
Mit achtundzwanzig Jahren hat die Berliner Texterin Lena eigentlich alles, was man laut Drehbuch zum Glücklichsein braucht: einen festen Job, ein geregeltes Leben und die perfekte Hafermilch-Routine. Doch auf der Verlobungsfeier ihres Bruders trifft sie eine ernüchternde Erkenntnis: Sie spielt schon viel zu lange eine Rolle, die ihr nicht passt. Ihre bisherigen Beziehungen zu Männern hinterließen sie stets seltsam leer - wie ein Puzzleteil, das man mit Gewalt in die falsche Lücke presst.
Um den künstlichen Lächeln und dem lauwarmen Sekt zu entkommen, flüchtet sie in die Kühle der Nacht. Dort begegnet sie Marlene. Kurze blonde Haare, eine abgewetzte Lederjacke, eine tiefe Stimme mit einem Hauch von Ruhrpott und grau-blaue Augen, die keinen Platz für falsche Höflichkeiten lassen. Marlene ist Brauerin aus Bochum. Sie ist die Verkörperung von Echtheit: kein Chichi, nur Hopfen, Malz und eine entwaffnende Ehrlichkeit.
Als eine U-Bahn-Panne sie wenige Tage später erneut zusammenführt, wird das Knistern zwischen ihnen unübersehbar. Ein Besuch in einer kleinen Hinterhof-Brauerei in Kreuzberg endet in einem leidenschaftlichen Kuss an einem kalten Edelstahltank - und lässt Lenas gesamtes Weltbild in Scherben gehen.
Doch zwischen Lenas Angst vor diesem völlig neuen Verlangen und den viereinhalb Stunden Zugfahrt zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet ist der Weg zur Liebe alles andere als geradlinig.
Kann man lernen, wirklich zu leben, wenn man jahrelang nur so getan hat? Und wird Lena den Mut finden, ihre Masken fallen zu lassen, um endlich etwas Echtes zu spüren?
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