AUS ANDEREM HOLZ
Giuliano Musio
ET: 15.08.26
Als in einem kleinen italienischen Küstenort ein Felsen mitsamt einem Friedhof ins Meer stürzt, gerät das Leben von Pinò völlig aus den Fugen. Eine angespülte Urne bringt ein lange verborgenes Familiengeheimnis ans Licht: Pinò hatte einen Bruder, der bereits als Kind gestorben ist.
Nach dessen Tod schnitzte Vater Gepetto aus einem Stück Holz eine Puppe, die seinem verstorbenen Sohn Pinuccio verblüffend ähnlich sieht. Doch diese Puppe ist anders. Eines Tages erwacht sie zum Leben und wächst zu einem jungen Mann heran. Nur zwei Dinge erinnern ihn ständig daran, dass er nicht wie die anderen ist: Er hat keinen Bauchnabel und sein Atem hinterlässt bei Kälte keine Spur.
Mit seinem kranken Vater reist der 25-Jährige in das Dorf, in dem Gepetto einst mit seiner Frau und seinem Sohn Pinucchio lebte. Dort möchte er mehr über die Vergangenheit seines Vaters und damit auch über seine eigene Herkunft erfahren. Gleichzeitig begleitet ihn die Angst, dass jemand sein Geheimnis entdecken könnte.
Was für eine wunderbare und ganz eigene Neuinterpretation des Pinocchio-Klassikers!
Ich habe das Buch förmlich verschlungen. Es geht um Herkunft, Identität, Zugehörigkeit und die Sehnsucht, selbst über das eigene Leben bestimmen zu können. Dabei steckt die Geschichte voller Gedanken über das Menschsein, ohne dabei ihre besondere Atmosphäre zu verlieren.
Und auch das Ende hat mich überzeugt. Für mich passt es wunderbar zu dieser außergewöhnlichen Geschichte und lässt noch einmal vieles nachwirken.
Fazit:
Ein ungewöhnlicher, kluger und sehr lesenswerter Roman, der mich mit seiner ganz eigenen Geschichte und seinen vielen Gedanken über das Menschsein begeistert hat.