Mit Mira bin ich wieder nach Italien gereist und ich habe mich dort sofort wohlgefühlt. Für mich ist dieser Krimi eine gelungene Mischung aus klassischer Ermittlungsarbeit, italienischem Lebensgefühl und vielen kleinen Details, die die Geschichte besonders machen.
Besonders gefreut habe ich mich über Mira, die Journalistin, die ich bereits aus dem vorherigen Band kannte und schon dort sehr liebgewonnen hatte. Es ist schön, einer vertrauten Figur wieder zu begegnen und gleichzeitig einen neuen Fall zu erleben. Auch Natalina, die Polizistin, sorgt wieder für interessante Momente. Überhaupt sind es oft die kleinen Dinge, die mir beim Lesen besonders gefallen haben beispielsweise das Auto Dulchinetta und der gleichnamige Hund. Solche Details verleihen der Geschichte Charme und machen die Figuren und ihre Umgebung lebendig.
Der Fall selbst hat es natürlich in sich. Rund um eine Wellnessklinik, einen mysteriösen Todesfall, einen Arzt und verschiedene mögliche Verdächtige entstehen immer wieder neue Fragen. Ich hatte während des Lesens durchaus den einen oder anderen Verdacht und habe meine Meinung auch mehr als einmal geändert. Genau das mag ich an einem guten Krimi: Man kann miträtseln, ohne dass die Lösung sofort offensichtlich ist.
Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre. Dieser Krimi lebt nicht ausschließlich vom Mordfall, sondern auch von der italienischen Lebensart. Essen, Restaurantbesuche, Gespräche und natürlich das Brotbacken gehören ganz selbstverständlich zur Geschichte. Gerade die Szenen rund ums Brot haben mich persönlich besonders angesprochen, weil ich selbst sehr gerne Brot backe. Beim Lesen hatte ich dadurch beinahe das Gefühl, den Duft frisch gebackenen Brotes selbst in der Nase zu haben.
Auch kulinarisch hat das Buch einiges zu bieten. Beim Lesen über das Restaurant und die italienischen Spezialitäten bekommt man durchaus Appetit. Gleichzeitig wird Italien nicht einfach nur als hübsche Kulisse verwendet, sondern fühlt sich wirklich wie ein Teil der Geschichte an.
Was mir ebenfalls gefallen hat, ist die Verbindung verschiedener Handlungsstränge und Figuren. Nach und nach ergeben sich neue Zusammenhänge und Hinweise, sodass ich immer wieder überlegen musste, wem ich eigentlich trauen kann. Dabei bleibt die Geschichte angenehm zugänglich und verliert sich nicht in unnötig komplizierten Ermittlungen.
Für mich ist Mira Belgusto und der schöne Tote deshalb vor allem ein Krimi zum Genießen: spannend genug, um mitzurätseln, aber gleichzeitig mit einer warmen, italienischen Atmosphäre, sympathischen Figuren und viel Liebe zum Detail. Gerade diese Kombination findet man meiner Meinung nach nicht in jedem Krimi.
Wer Lust auf einen unterhaltsamen Italien-Krimi mit kulinarischem Flair, sympathischen Charakteren und einem rätselhaften Fall hat, dürfte hier auf seine Kosten kommen. Für mich war es jedenfalls eine sehr schöne Reise nach Italien und ein Krimi, bei dem ich mich gerne an den Tisch gesetzt habe.