Schon lange stehen die Bücher von Colin Hadler auf meiner Liste, da er sich als österreichischer Autor langsam einen Namen gemacht hat und ich bereits einiges Gutes über seine Jugendthriller gehört habe. In Interviews fand ich, dass er eine spannende Ansicht/Methode beschreibt wie Bücher sein müssen, sodass sie noch lange nachhallen.
Sein Schreibstil ist von Anfang an richtig einvernehmend, erzeugt bildhaft Szenerien in Gedanken und seine jugendhafte Charaktere wirken sehr glaubhaft.
Archer bekommt eines Tages plötzlich kleine gelbe Briefe, die ihn vor die Wahl stellen, bestimmte Aufgaben zu erfüllen, da sonst andere Schüler aus seinem Internat mit dem Tod gedroht wird. Zusätzlich erfahren wir, dass vor einigen Jahren in Mexiko bei einer Schulreise Simon etwas zugestoßen ist. So ergibt sich wie bei einem Puzzle langsam Stück für Stück ein großes Gesamtbild und man lässt ohne Mühe ein Kapitel nach dem andern hinter sich. Die Schule war zudem früher eine Psychiatrie mit weiteren Geheimnissen in dessen Keller, wordurch automatisch eine düstere Grundstimmung mit dem Handlungsort gegeben ist.
Das Finale hat es in sich, wühlt noch einmal ordentlich emotional auf und bleibt, wie vom Autor gewünscht, so deutlich abstrakter im Gedächtnis.
Für das Zielpublikum eignet sich das Buch wirklich hervorragend, denn es ist von Anfang bis Ende spannend, bindet schwierige Themen nachvollziehbar, aber nicht zu intensiv ein, die Personen sind auf der Suche nach der eigenen Bedeutung im Leben, bleiben dabei stets ein wenig in den Außenseiter Rolle und vorallem Archer ist ein sympathisch, vielschichtiger Charakter!
Ganz nebenbei ist auch das Cover mit Thermolack, wie ich selbst erst gelernt habe, ziemlich cool und hat mich als Erwachsene ebenso begeistert!
Fazit: Lesenswert und daher werde ich mir die anderen Teile der Reihe auch holen!