Drei Freundinnen starten mit dem Gefühl, dass ihre enge Verbindung für immer bestehen wird. Doch mit Anfang dreißig haben sich ihre Leben in völlig unterschiedliche Richtungen entwickelt. Zwischen Kinderwunsch, Elternsein, Beziehungen, Beruf und persönlichen Träumen wird aus selbstverständlicher Nähe immer häufiger Distanz. Während jede versucht, ihren eigenen Weg zu finden, stellt sich die Frage, ob Freundschaft auch dann bestehen kann, wenn das Leben längst nicht mehr synchron verläuft.
Am meisten mochte ich, wie die unterschiedlichen Lebenssituationen miteinander verwoben wurden. Das Thema Kinder steht dabei aus ganz verschiedenen Blickwinkeln im Mittelpunkt: Henri möchte bewusst keine Kinder, Merle ist als Mutter völlig erschöpft und wünscht sich mehr Unterstützung, während Katharina sich nichts sehnlicher als ein eigenes Kind wünscht. Keine dieser Perspektiven wird bewertet oder überhöht. Stattdessen bekommen alle genügend Raum, sodass ich jede Sichtweise verstehen konnte. Auch die Veränderungen innerhalb der Freundschaft wirkten sehr echt. Menschen entwickeln sich weiter, Prioritäten verschieben sich und manchmal sorgt einfach der Alltag dafür, dass Nähe verloren geht. Genau diese Entwicklung wurde glaubwürdig eingefangen, ohne künstliche Dramatik zu erzeugen.
Die Geschichte lebt nicht von großen Wendungen, sondern von ihren leisen Momenten und den zwischenmenschlichen Beobachtungen. Gerade das hat mir gefallen. Das Hörbuch nimmt sich Zeit für seine Figuren und ihre Gedanken und hat dadurch eine angenehme, ruhige Atmosphäre, die lange nachhallt.