
In Manuel Garcías Geschichten scheint die Zeit sich zu dehnen. Kindheitserinnerungen, Körper, die man hat aufwachsen sehen, unschuldige Zuneigungen, die sich mit den Jahren in eine quälende und unausweichliche Anziehung verwandeln. Es schwingt immer eine männliche Nostalgie mit, ein Bedauern über das, was viel zu lange verboten war.
Die titelgebende Geschichte ist die emotionalste und intensivste der Sammlung: Ein junger Mann, der jahrelang von dem Mann geträumt hat, der ihn hat erwachsen werden sehen. Ein Campingausflug, eine Dusche im Morgengrauen, eine Grenze, die endlich überschritten wird.
"Seine großen Hände öffneten mich mit zärtlicher Brutalität. Ich spürte seine heiße, fordernde Zunge und dann seine raue Stimme an meinem Nacken: , Du schmeckst köstlich.' In diesem Augenblick, unter dem warmen Wasser, fanden all die Jahre stillen Verlangens endlich Gestalt und Namen."
Ein reifes Werk der MM-Erotik, das die Komplexität des Begehrens, die verborgene Zärtlichkeit in der Leidenschaft und die schmerzlich schöne Erfahrung, jemanden zu lieben, den man nicht lieben darf, erkundet. Eine Einladung, in eine Welt raffinierter Sinnlichkeit und echter Emotion einzutauchen.
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