Sie haben mich einem verfluchten Prinzen übergeben, damit er am Leben bleibt. Er küsste mich, als wäre ich seine ganze Welt. Dann nannte er mich bei ihrem Namen.
Ich hätte niemals seine Braut sein sollen.
Als die echte Braut in der Nacht vor der Hochzeit floh, drückte mir mein Vater ihr Kleid in die Hände und sagte mir, ich solle dankbar sein. Der verfluchte Alpha-Prinz brauchte vor Mitternacht eine Ehefrau, sonst würde er ein weiteres Jahr an die Dunkelheit verlieren, die ihn langsam verzehrte. Ich war die ähnlichste Wahl. Das musste reichen.
Also schritt ich in einem Kleid zum Altar, das mir nicht einmal passte.
Und in dem Moment, als Kael Dravon sich umdrehte und mich ansah - wirklich ansah - sagte meine Wölfin nur ein Wort.
Gefährte.
Ich sagte ihr, sie solle schweigen.
Er war alles, was die Gerüchte versprochen hatten. Groß. Kalt. Erschreckend gefährlich. Jede Frau vor mir war gestorben. Der Fluch hatte ihre Gefährtenbindung gefunden und sie verbrannt wie Feuer Papier. Sechs Frauen. Sechs Gräber. Jede starb schneller als die vorherige.
Doch an Kael fühlte sich nichts nach Tod an.
Es fühlte sich nach etwas an, das ich mir niemals hätte wünschen dürfen.
Drei Wochen lang stritten wir in einer Bibliothek über Verträge. Er bemerkte, wenn ich nicht gegessen hatte. Er verlegte mein Zimmer in den wärmeren Flügel, ohne zu erklären warum. Er ließ mich in den schlimmsten Nächten des Fluchs bei ihm sitzen, nur weil ich an eine Tür geklopft hatte, an die ich niemals hätte klopfen sollen.
Und dann küsste er mich eines Nachts, als wäre ich die einzige Frau auf der Welt.
Dreißig Sekunden.
Dann zog er sich zurück und flüsterte ihren Namen.
Den Namen der echten Braut.
Ich ging vor Sonnenaufgang. Keine Nachricht. Kein Abschied. Nur ich, eine Tasche über der Schulter und ein Geheimnis, das ich mit ins Grab nehmen wollte.
Ich war schwanger.