Zunächst wirkt "Wunnigel" wie eine der behaglichen Geschichten Wilhelm Raabes "behaglich" ein Wort, das der Autor in der Erzählung selbst immer wieder verwendet. Doch ohne Ecken, Kanten und Brüche sind Leben und Persönlichkeit des skurrilen Regierungsrats a. D. wahrhaftig nicht: ein leidenschaftlicher Antiquitätensammler und reichlich problematischer Vater.
"Man sollte ihm tunlichst nicht alles glauben, was er sich selber glaubt", rät seine Tochter, die ihn über die Maßen liebt auch wenn sie es oft schwer mit ihm hat. Eine feinsinnige, hintergründig-humorvolle Charakterstudie des großen Realisten.
Hans Jochim Schmidt liest die vollständige Erzählung, ungekürzt, rund 7 Stunden.