Tom Tuschinsky:
Tom Tuschinsky
hatte schon in seiner Jugend während der Ausbildung in Ferlach einen Traum, er wollte Waffenhändler werden.
Nein, kein Händler in einem Geschäft in der Fußgängerzone der Kremser Landstraße, der Patronen an die hiesigen Jäger und Sportschützen verkauft, vielleicht ein handgefertigtes Jagdmesser, oder ein neues Fernglas, eine dunkelgrüne Jacke und neue Spezialschuhe für das Jagdrevier, ab und zu mal ein Jagdgewehr an die nachrückende Generation der Waidmänner- und Frauen, wenn sie nicht ohnehin vom Vater oder Opa geerbt haben, jeden Dienstag am Vormittag Gewehre der betuchten Klientel einschießen und als Highlight am Mittwoch um 18 Uhr Treffen im Gasthof Zur Post, im Extrazimmer mit einem endlos langen Tisch, um den 40 Sessel angeordnet sind, ebenso viele wie der honorige Hubertusclub der ältesten Stadt Österreichs Mitglieder hat.
Nein, Tom Tuschinsky wollte internationaler Waffenhändler für Militärwaffen werden.
Das Waffentechnikstudium war dabei Mittel zum Zweck, es galt ja auch den mechanischen und ballistischen Ablauf einer Feuerwaffe, deren Munition und Granaten gut zu verstehen, damit würde er später als Händler besser verkaufen und besser argumentieren können.
Wunschgedanken können Berge versetzen, und mit diesem Ziel vor Augen vergingen die fünf Jahre in Ferlach wie im Fluge, Tom konnte es nicht erwarten, seinen Traumberuf auszuüben.
Nach Absolvierung des Bundesheeres und Ausbildung zum Offizier der Reserve begann er im Oktober 1979 bei Ing. Alois Weichselbaumer in Wien zu arbeiten, einer der schillerndsten Waffenhändler, die Österreich jemals hatte. 1982 wechselte er zur verstaatlichten Rüstungsindustrie VÖEST/NORICUM als Exportmanager, dank seiner bisherigen Ausbildung und Prüfungen wurde er auch zum jüngsten gewerberechtlichen Geschäftsführer für den Handel mit militärischen Waffen, Munition und Ausrüstung in Österreich. Es folgten interessante Jahre mit unzähligen Auslandsaufenthalten, mit dem Waffenskandal rund um illegale Kanonenlieferungen in den Iran fand die verstaatlichte Militärindustrie im Jahr 1990 ihr Ende und für Tom Tuschinsky der Neuanfang mit seiner eigenen Waffenfirma PEGASUS, er war nun dort angekommen, wo er immer hinwollte.