Die Schulpsychologin Dr. Stella Moretti hat ein fürchterliches Jahr hinter sich. Erst hat sie ihr Freund Bennett überraschend per schnöder SMS verlassen, was sie tief getroffen hat. Bald darauf verlor sie Job und Wohnung. Inzwischen lebt sie wieder bei ihren Eltern und hält sich mit Schwangerschaftsvertretungen über Wasser. Höchste Zeit für einen Neuanfang! Da kommt das Jobangebot der Quintrell Academy, einer Eliteschule, gerade recht. Stella ist vom nahe gelegenen pittoresken Snickerford und seiner herbstlichen Atmosphäre begeistert. In Millie hat sie schnell eine Freundin gefunden. Dagegen wirkt die Quintrell Academy mit ihren alten Ritterrüstungen und den gruseligen Wasserspeiern eher einschüchternd. Aber Stella hat schon eine Idee, wie sie das ändern kann.
Lea Melcher hat mit Snickerford einen zauberhaften Ort geschaffen, mit Hexenzirkeln, Spuk, Kürbispunsch und viel Atmosphäre. "Pumpkin Spice Ghost", als Einzelband konzipiert, war für mich der ideale Einstieg in dieses einladende kleine Universum und hat mich spannend unterhalten.
Stella beschleicht bald das ungute Gefühl, dass mit der Quintrell Academy irgendetwas nicht stimmt. So ist sie nicht wirklich überrascht, als sich das traditionsbewusste Lehrinstitut als Schule für angehende Hexen und Magier entpuppt. Damit kommt sie einigermaßen gut klar. Doch dass sie ausgerechnet hier ihren Ex-Freund Bennett wiedertrifft, macht ihr schwer zu schaffen. Ebenso die Tatsache, dass er ein Geist und leider tot ist. Bennett hat seine Gefährtin nicht freiwillig verlassen. Stella und ihren neuen Freunden wird bald klar, dass sich ein Mörder unter ihnen befindet. Was hat er vor? Und warum hat sich das einstige Paar hier wieder getroffen? Zufall? Alle sind sich einig: Der Mörder muss gestoppt werden, bevor er erneut zuschlägt. Doch was wird dann mit Bennett?
Die Schulpsychologin Stella ist eine sympathische, warmherzige Person, die Horror und Grusel in begrenzter Dosis mag, aber ansonsten an Logik und Fakten glaubt. Als ihre Welt auf den Kopf gestellt wird, kommt sie erstaunlich gut damit zurecht. Ob das daran liegt, dass ihr vor einem Jahr das Herz gebrochen wurde? Auch Bennett konnte mich für sich einnehmen. Er ist sympathisch, witzig und liebt Stella aufrichtig. Die Nebencharaktere sind stimmig und glaubwürdig.
Lea Melcher erzählt ihre Geschichte locker, mit zahlreichen kreativen Einfällen, Humor und Augenzwinkern, mitunter leicht schräg. Ihr gelingt ein perfekter Mix aus Cosy-Fantasy, Romance und ein bisschen Krimi. Während die Mördersuche an Fahrt aufnahm, beschäftigten mich das Paar Bennett und Stella und ihr Schicksal immer mehr. Sie nähern sich einander wieder an und passen einfach perfekt zusammen. Ich mochte mir nicht vorstellen, dass es keine Zukunft für sie geben konnte.
Wie die Geschichte ausgeht, müsst ihr selbst herausfinden. Mich hat Snickerford jedenfalls nicht zum letzten Mal gesehen. Nicht nur wegen der großartigen herbstlichen Atmosphäre und der liebenswürdigen, leicht schrulligen Einwohner. Ich träume davon, Arthurs legendären Kürbispunsch im "Tipsy Teapot" zu genießen und Millie und die anderen zu treffen. Natürlich auch Fledermaus "Maus", ein Zuckerjunkie und meine Lieblingsfigur, die eine wichtige Rolle in der Erzählung spielt.