Wenn Du den Frieden willst, bereite den Frieden vor!
Droht ein dritter großer Krieg in Europa? Was noch vor Jahren als bloße Angstfantasie exaltierter Untergangspropheten beiseitegeschoben werden konnte, verdichtet sich zunehmend zur Projektion des
sogenannten Bündnisfalls, auf den Politik und Wirtschaft, Militär und jüngst selbst die bundesdeutschen
Kirchen sich geflissentlich vorbereiten. Die allgemeine Mobilmachung ist in vollem Gange. Wer zögert,
warnt oder sich gar als Pazifist outet, wird schnell naiv oder verantwortungslos gescholten.
Doch gibt es für Christinnen und Christen in der Frage von Krieg und Frieden wirklich eine Wahl? Die
Absage Jesu an jede Form von Gewalt, seine unbedingte Friedensbotschaft und das Gebot der zur
Feindesliebe gesteigerten Nächstenliebe stehen der Einstimmung in das anschwellende Kriegsgeschrei
diametral entgegen: «Wer zum Schwert greift, kommt durch das Schwert um.» (Mt 26, 52)
Nicht die Vorbereitung auf einen neuen großen Krieg, sondern die Schaffung des gerechten Friedens
liegt in der Mitverantwortung der Kirchen heute. Einer macht das derzeit klar wie keiner: Papst Leo XIV.
Ihm verdankt der vorliegende Essay darum auch seinen Titel: «Schluss mit dem Krieg!»
Peter Neuhaus