Das Leben ist voller Weichenstellungen. Einmal nicht richtig abgebogen, nimmt es einen anderen Verlauf und verzweigt sich weiter in unendliche Möglichkeiten.
Vielleicht hätte ich Biologie studieren sollen statt Sinologie, die mich für 35 Jahre nach China entführt hat; vielleicht hätte ich nicht vorschnell eine junge Chinesin heiraten sollen, weil sozusagen Not am Mann war.
Mein Interesse an neuen Sprachen, an der alten Philosophie China und am neuen China unter und nach Mao hat mich dann doch dorthin geführt, wo ich dann als Lektor, als Leiter eines größeren deutschen Unternehmens dort und später als Selbständiger tätig war; zuletzt als Mitinhaber einer Firma für Windkraftanlagen, die sich leider nicht durchsetzen konnte.
Und eine Rückkehr zu den Entscheidungen, die man nicht getroffen hat, ist zumindest teilweise möglich. Auch im Naturschutz, der mich seit vielen Jahren beschäftigt, ist Biologie gefragt; auch in der Literatur Philosophie. Die richtige Frau habe ich inzwischen auch gefunden, das Leben fühlt sich richtig und gut an.
Schon seit Kindesbeinen haben mich Bücher fasziniert und inspiriert, ich habe alles gelesen, was mir in die Hände fiel, sogar die Bibel. Schreiben gehörte ebenfalls dazu, und inzwischen habe ich über zwanzig Bücher veröffentlicht.
Neben Unterhaltung geht es in meinen Büchern auch um ernste Themen. Die Frage, wie man selbst das Leben gestalten soll, wie der Staat aussehen sollte, wie die Gesellschaft gerechter und auch naturgerechter werden kann, wie wir zu Glück und Zufriedenheit gelangen können - das alles bewegt mich seit Jahren und schlug sich in meinem ersten Sachbuch dazu nieder, unter dem Titel 'Der minimal invasive Mensch'.
Die großen Veränderungen, die radikalen Umstürze, dafür ist die Zeit vorbei. Doch immer noch gibt es Stellschrauben, an denen gedreht werden kann. Vielleicht ist ein Buch, ein Wort einmal das Körnchen Sand im Getriebe der menschlichen Gesellschaft, das zum Innehalten und zu den notwendigen Veränderungen in der Gesellschaft führt.