Bei diesem autobiografischen Roman ist alles anders. Am Anfang steht der Zusammenbruch, und während die Autorin und Ich-Erzählerin durch Entzug und Therapie geht, überdenkt sie rückblickend ihr Leben und fragt sich, wie es so weit mit ihr kommen konnte. Dabei behält sie stets einen klaren, wohltuend distanzierten, teilweise ironischen Blick auf sich selbst. Sie versinkt niemals in Selbstmitleid und erwartet auch vom Leser kein Mitleid. Stattdessen schaut sie ganz genau hin, so genau und schonungslos, dass es beim Lesen manchmal wehtut. Doch gerade das macht die Stärke und Authentizität dieses Buches aus. Es ist "echt", die Autorin schönt nichts, um besser dazustehen. Ich habe noch nie eine dermaßen aufrichtige und mitreißende - und trotz allem sehr humorvolle! - (Auto-)Biographie gelesen.
Unbedingt empfehlenswert!