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Perlmanns Schweigen

Roman.
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Produktdetails

Titel: Perlmanns Schweigen
Autor/en: Pascal Mercier

EAN: 9783641025526
Format:  EPUB
Roman.
Random House ebook

1. April 2009 - epub eBook - 640 Seiten

Ein Hotel an der ligurischen Küste im Spätherbst. Philipp Perlmann, ein angesehener Sprachwissenschaftler, erwartet eine Gruppe von berühmten Kollegen zu einem Forschungsaufenthalt. Umstellt von den hohen Erwartungen der anderen, wird Perlmann von der Einsicht überwältigt, dass ihm seine beruflichen Gewissheiten völlig abhanden gekommen sind. Diese Erfahrung macht die anderen zu bedrohlichen Gegnern. Verschanzt in einem entlegenen Zimmer des Hotels, flüchtet er sich in das Übersetzen eines russischen Textes. Durch diese Flucht nach innen gerät Perlmann mit jedem Tag mehr in eine ausweglose Situation, die ihn schließlich in einen Strudel von Lügen und an den Rand eines Mordes treibt. Ein psychologischer Roman par excellence, der den Hörer durch raffinierte Komposition und einen großen Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Zeile in Atem hält.
Pascal Mercier, geboren 1944 in Bern, heißt im richtigen Leben Peter Bieri und ist Professor für Philosophie an der Freien Universität Berlin.
1
Philipp Perlmann war es gewohnt, daß die Dinge keine Gegenwart für ihn hatten. An diesem Morgen jedoch war es schlimmer als sonst. Gegen seinen Willen ließ er die russische Grammatik sinken und blickte zu den hohen Fenstern der Veranda hinüber, in denen sich eine schräg gewachsene Pinie spiegelte. Dort drinnen, an den Tischen aus glänzendem Mahagoni, würde es geschehen. Sie würden ihn, der vorne saß, erwartungsvoll ansehen, und dann, nach einer gedehnten, unerträglichen Stille und einem atemlosen Stocken der Zeit, würden sie es wissen: Er hatte nichts zu sagen.
Am liebsten wäre er sofort wieder abgereist, ohne Angabe eines Ziels, ohne Erklärung, ohne Entschuldigung. Für einen Moment war der Impuls zur Flucht heftig wie ein körperlicher Schmerz. Er klappte das Buch zu und blickte über die blauen Umkleidekabinen hinweg auf die Bucht, die vom gleißenden Licht eines wolkenlosen Oktobertages durchflutet wurde. Weglaufen: Am Anfang müßte es wunderbar sein, es käme ihm vor wie ein schneller, kühner Schritt durch alles Gefühl der Verpflichtung hindurch hinaus in die Freiheit. Aber die Befreiung wäre nicht von Dauer. Das Telefon zu Hause würde immer von neuem klingeln, und irgendwann würde seine Sekretärin unten stehen und läuten. Er könnte nicht auf die Straße gehen, und Licht dürfte er auch nicht machen. Die Wohnung würde zum Gefängnis. Natürlich konnte er statt nach Frankfurt auch an irgendeinen anderen Ort fahren, nach Florenz vielleicht, oder Rom, dort wäre er unauffindbar. Aber jeder solche Ort wäre jetzt nichts anderes als ein Ort des Untertauchens. Blind und taub ginge er durch die Straßen, um dann im Hotelzimmer zu liegen und auf das Ticken des Reiseweckers zu horchen. Und irgendwann würde er sich doch stellen müssen. Er konnte nicht f&uu
ml;r den Rest des Lebens verschollen bleiben. Schon allein Kirstens wegen nicht.
Er könnte mit keiner überzeugenden Erklärung aufwarten. Den wahren Grund zu nennen wäre unmöglich. Und selbst wenn er den Mut dazu aufbrächte: Es würde wie ein schlechter Scherz klingen. Es bliebe der Eindruck des Willkürlichen, Mutwilligen. Die anderen müßten sich verhöhnt vorkommen. Gewiß, diese Leute würden das Ganze selbst in die Hand nehmen. Aber ich wäre erledigt. Für so etwas gibt es keine Entschuldigung.
Schuld an alledem war das wunderbare Licht, in dem die stille Wasserfläche jenseits der Kabinen aussah wie Weißgold. Dieses Licht hatte Agnes einfangen wollen, und deshalb hatte er dem Drängen von Carlo Angelini schließlich nachgegeben. Dabei war er ihm unsympathisch, dieser drahtige, sehr wache Mann mit dem gewinnenden Lächeln, das eine Spur zu routiniert war. Sie hatten sich zu Beginn des Vorjahres am Rande einer Konferenz in Lugano kennengelernt, als Perlmann noch lange nach Sitzungsbeginn im Flur am Fenster gestanden hatte. Angelini hatte ihn angesprochen, und Perlmann war nicht unglücklich über diesen Vorwand gewesen, nicht in den Saal gehen zu müssen. Sie waren in die Cafeteria gegangen, wo Angelini ihm von seiner Funktion bei Olivetti erzählt hatte. Er war fünfunddreißig, eine Generation jünger als Perlmann. Das Angebot von Olivetti hatte er erst vor zwei Jahren angenommen, nachdem er einige Jahre Assistent an der Universität gewesen war. Er hatte die Kontakte des Konzerns zu den Universitäten zu pflegen und konnte das ganz in eigener Regie tun, wobei ihm ein großzügiges Budget zur Verfügung stand, denn seine Tätigkeit wurde als Teil der Öffentlichkeitsarbeit verbucht. Sie hatten eine Weile über maschinelles Übersetzen gesprochen, es war ein Gespräch wie v
iele gewesen. Doch plötzlich war Angelini sehr lebhaft geworden und hatte ihn gefragt, ob er nicht Lust hätte, zu einem sprachwissenschaftlichen Thema eine Forschungsgruppe zusammenzustellen: eine kleine, aber intensive Sache, eine Handvoll erstklassiger Leute, die sich für ein paar Wochen an einem angenehmen Ort zusammensetzten, natürlich alles auf Kosten des Konzerns.
Perlmann fand damals, daß der Vorschlag viel zu schnell kam. Zwar hatte Angelini erkennen lassen, daß Perlmann für ihn kein Unbekannter war; aber persönlich kannte er ihn doch erst seit knapp einer Stunde. Vielleicht aber mußte man solche kühnen Vorstöße wagen, wenn man Angelinis Aufgabe hatte. Im Rückblick kam es Perlmann vor, als habe ihn sein Gefühl schon damals gewarnt. Er hatte auf den Vorschlag ohne Enthusiasmus reagiert, eher lahm; aber immerhin hatte er gesagt, seiner Ansicht nach müßten in einer solchen Gruppe Leute aus unterschiedlichen Disziplinen vertreten sein. Es war eine hingeworfene Bemerkung gewesen, nicht durchdacht und ohne ernsthaften Gedanken an eine Verwirklichung. Seinem Eindruck nach war alles genügend im Unbestimmten und Unverbindlichen geblieben, und er hatte es plötzlich eilig gehabt, in den Konferenzraum zu kommen.
Er hatte das Gespräch vergessen, bis einige Wochen später ein Brief von Angelini kam und kurz darauf ein Anruf aus der Zentrale von Olivetti in Ivrea. Perlmanns Vorschlag, hieß es da nun plötzlich, habe in der Firma großen Anklang gefunden, besonders natürlich bei einigen Kollegen aus der Forschungsabteilung, aber auch von der Direktion sei die Idee gut aufgenommen worden. Besonders angetan sei man von der Möglichkeit, auf diese Weise ein Vorhaben fördern zu können, das einerseits etwas mit den Produkten der Firma zu tun habe, andererseits aber weit darüber hinausreiche, indem es ein Thema von al
lgemeinem Interesse, sozusagen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung, aufgreife. Er, Angelini, schlage vor, die Sache im kommenden Jahr in Santa Margherita Ligure durchzuführen, einem Badekurort unweit von Rapallo am Golf von Tigullio. Sie hätten dort schon öfter Tagungen abgehalten und nur gute Erfahrungen gemacht. Am günstigsten für das geplante Unternehmen, sagte er, seien die Monate Oktober und November, da sei es noch mild, aber es seien kaum noch Touristen da, es herrsche eine stille, beschauliche Atmosphäre, genau das Richtige also für eine Forschungsgruppe. In allen anderen Dingen habe Perlmann als der Leiter völlig freie Hand, insbesondere natürlich bei der Auswahl der Leute.
Perlmann biß sich auf die Lippen und spürte einen hilflosen Ärger in sich aufsteigen, als er an jenes Gespräch zurückdachte. Er hatte sich von der sonoren, sehr sicheren Stimme am anderen Ende überrumpeln lassen, und das ohne den geringsten Grund. Diesem Carlo Angelini war er nicht das mindeste schuldig. Er war damals froh darüber gewesen, daß er ihm half, die Konferenz zu schwänzen; im übrigen aber war er ein Fremder, dessen Ehrgeiz ihn nun wirklich nicht zu kümmern brauchte, ganz zu schweigen von irgendwelchen Wünschen der Firma Olivetti. Gewiß, er hatte in dem Gespräch noch keine Zusage gegeben. Ganz nüchtern betrachtet hätte er danach immer noch nein sagen können. Aber er hatte den entscheidenden Moment verpaßt, den Moment, in dem es ganz natürlich gewesen wäre zu sagen: Da ist ein Mißverständnis entstanden, so war es damals nicht gemeint, es tut mir leid, aber das paßt wirklich überhaupt nicht zu meinen sonstigen Plänen, ich bin jedoch sicher, daß es eine ganze Reihe von Kollegen gibt, die Ihren Plan sehr gerne verwirklichen würden, ich werde über Namen nachdenken. Statt dessen ha
tte er versprochen, sich die Sache zu überlegen. Und statt einfach eine angemessene Frist verstreichen zu lassen und dann abzusagen, hatte er die Karte geholt. Agnes und er hatten darüber gesessen und sich ausgemalt, was man von dort aus leicht erreichen könnte, Pisa zum Beispiel und Florenz, aber auch Bologna, das sie besonders mochten. Italien im Winter, das war eine Lieblingsidee von Agnes, sie hatte haufenweise Pläne fürs Fotografieren, vielleicht würde sie es sogar einmal mit Farbfotografie probieren, über die sie sonst erhaben war, wie auch immer, auf jeden Fall möchte ich versuchen, das Licht des Südens einzufangen, wie es im Winter ist, und das ist die Gelegenheit, findest du nicht auch? Der Agentur werde ich das schon schmackhaft machen, ich werde ein bißchen reden müssen, aber schließlich werden sie mich ziehen lassen. Vielleicht kann ich sogar eine Serie daraus machen: . Wie fändest du das? Zwar waren Oktober und November noch nicht Winter, aber er wollte nicht pedantisch sein, und etwas von ihrer Begeisterung war damals auch auf ihn übergesprungen. Es war grotesk, dachte er und preßte die Fingerspitzen auf die Augen, aber er hatte sich damals tatsächlich vor allem in der Rolle desjenigen gesehen, der Agnes auf ihrer Fotoreise begleiten würde, getragen und beschützt von ihrer Fähigkeit, für sie beide die Gegenwart zu erobern. Es kam ihm heute unglaublich vor, aber so war es gewesen: Aus dieser Vision, dieser Träumerei heraus hatte er schließlich zugesagt, hatte seine Beurlaubung beantragt und die ersten Einladungsbriefe geschrieben. Als dann zehn Monate später mit Agnes’ Tod alles einstürzte, war es zu spät gewesen, die Dinge rückgängig zu machen.
Agnes hatte recht gehabt: Das Blau des Himmels war hier auf seltsame Weise durchsichtig, als g&aum
l;be es im Hintergrund zusätzlich zur Sonne noch eine weitere, unsichtbare Beleuchtungsquelle. Der Raum, der die Bucht überwölbte, bekam dadurch eine verhüllte, geheimnisvolle Tiefe, eine Tiefe, die etwas versprach. Kennengelernt hatte er dieses Blau und dieses Licht, als die Eltern damals mit ihm nach Italien fuhren. Er war erst dreizehn und hatte noch keine Worte dafür, aber die südlichen Farben waren tief in ihn hineingesunken – wie tief, das merkte er erst richtig, als der Zug bei Göschenen den Gotthard-Tunnel verließ und die Welt aussah wie ein Bild in Grautönen. Seitdem...

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