Jean-Luc Bannalec
Wer den Namen Jean-Luc Bannalec hört, vermutet dahinter sogleich einen französischen Autor. Dabei handelt es sich bei Jean-Luc Bannalec um das Pseudonym des 1966 in Bad Godesberg bei Bonn geborenen Jörg Bong, der es schaffte, dieses Pseudonym jahrelang geheim zu halten. Lange wurde über die Person hinter dem Künstlernamen gemunkelt, bis er erstmals ein Interview gab.
Bong ist nicht nur Schriftsteller, sondern unter anderem auch Lektor, Literaturwissenschaftler, Verleger und Fotograf. Seinen Durchbruch als Autor feierte Bannalec 2012 mit der Veröffentlichung seines ersten in der Bretagne spielenden Krimis "Bretonische Verhältnisse".
Über die genaue Beziehung des Autors zur Bretagne ist nichts Näheres bekannt. Fest steht, dass Bong alias Jean-Luc Bannalec die Bretagne innig liebt und sich vor Ort richtig gut auskennt. Die Bretagne wird mit all ihren bunten Facetten beschrieben - seien es Delikatessen wie Austern, ein ausgefallenes Künstlerdorf oder Romanfiguren, die aus dem echten Leben gegriffen scheinen. So geht der Leser ganz nebenbei auf eine Reise und erfährt viele überraschende Details über die westlichste Gegend Frankreichs.
Heute ist Jean-Luc Bannalec der Autor vieler weiterer Dupin-Krimis, die sich schon in den deutschsprachigen Ländern millionenfach verkauften. Außerdem wurden sie in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt, natürlich auch ins Französische. Die ARD verfilmte zahlreiche der Krimis, die jeweils donnerstags als "Kommissar Dupin"-Reihe liefen. Und nicht nur auf diese Weise schaffte es Jean-Luc Bannalecs Werk ins Fernsehen: 2014 präsentierte das ZDF viele der traumhaften Schauplätze der ersten Bände, die manches Urlauberherz höherschlagen lassen - verständlich, dass einige Ortschaften in der Bretagne da schon eine erhöhte Besucherzahl vermeldeten.
Die Kommissar-Dupin-Buchreihe
Jean-Luc Bannalecs Hauptfigur ist ein Typ mit vielen Ecken und Kanten, ein Einzelgänger, der - sehr zum Missfallen seiner Kollegen - auch gerne mal im Alleingang ermittelt. Er wirkt etwas verschroben und weist manchmal einen fragwürdigen Umgang mit Verdächtigen oder Kriminellen auf, was ihn in seinem Umfeld nicht immer beliebt macht. Von Vorteil für ihn ist jedoch, dass gerade Verbrecher ihn zunächst oft unterschätzen.
Schon Dupins Geschichte fasziniert: Er stammt eigentlich aus Paris, wird aber in die Bretagne strafversetzt - und zwar in das Dorf Concarneau, umgeben von postkartentauglichen Landschaften. Was zunächst nach Dorfidylle aussieht, entpuppt sich schnell als Hotspot mit hoher krimineller Energie - sei es aus Geldgier, Eifersucht, aufgrund familiärer Spannungen oder durch hoffnungslose Liebesgeschichten.
Gleich in Band 1, "Bretonische Verhältnisse", wird der Leser in das malerische Künstlerdorf Pont-Aven entführt, wo mitten im Sommer ein älterer Hotelinhaber erstochen aufgefunden wird. Doch bei einer Leiche bleibt es nicht - und zu Beginn kann Dupin nur erahnen, welche Ausmaße dieser Fall annehmen wird.
2019 erschien bereits der achte Band der Kommissar-Dupin-Buchreihe, Bannalecs "Bretonisches Vermächtnis", der sich wie alle anderen Bretagne-Krimis riesiger Beliebtheit erfreute. Kommissar Dupin findet in "Bretonisches Vermächtnis" ausgerechnet vor seinem Lieblingsrestaurant eine Leiche - einen ausgesprochen angesehenen Arzt aus einer Familie mit reichlich Einfluss in der Region. Als dann im Dorf auch noch ein Anschlag erfolgt, sind alle Blicke auf Concarneau gerichtet. In diesem Band lernt der Leser das neue Heimatdorf des Kommissars kennen wie nie zuvor: dessen Vergangenheit und Traditionen - und die teils äußerst spannenden Einwohner.
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