Es ist genauso aber anders habe ich in leicht abgewandelter Form oft von Kindern in Kindergärten gehört: Mein Auto sieht so aus wie Deins, nur anders. Als ich einige Zeit später das Buch Das Elend der Welt von Pierre Bourdieu u. a. las, ist mir insbesondere das Kapitel zum Thema Verstehen lange Zeit durch den Kopf gegangen. Ich erinnerte mich an die Kinder mit ihrer Art des Verstehens und Vergleichens. Bei Studierenden fiel mir dann auch wieder - nehmend auf, dass ich sie mit bestimmten soziologischen Inhalten, wenn sie nicht schon vorher motiviert waren, kaum erreichen konnte. Sie lernten zwar etwas, doch ohne einen direkten Bezug zu ihrem späteren Beruf. Patchworkartig standen viele Lehr- und Lernbereiche im Studium nebeneinander. Zudem ver- solutierten sie ihre eigene Erfahrung zur Beurteilung von Sachverhalten und entwickelten vielfach keine spielerische Distanz zum Gegenstand. Bild 1 Vorwort 10 Viele von ihnen hatten nicht gelernt, verschiedene Szenarien mit konkurrier- den Logiken zu entwickeln, um anschließend zielgerichtet zu werten. Sie waren von ihrer ursprünglichen Überzeugung getragen. Dieses Phänomen begegnete mir ebenso in Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen. Daraufhin habe ich versucht, mein Verstehen kontinuierlich zu bearbeiten, indem ich für mich regelmäßig künstliche Fremdheit herstelle. Ich begann für mich systematisch Fremdheit und Verstehen aus der Debatte um andere Kulturen in unsere Kultur zu übertragen und in den Lehr- und Lernprozess zu integrieren. Mit diesem Buch lege ich einen Zwischenschritt aus meinem Arbeitsprozess zum Verstehen von Jugend, Sozialer Arbeit und Erwerbsgesellschaft vor. Lernen und Verstehen sind nie abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis
Abstract. - Abstract. - Vorwort. - Vorwort. - Einleitung: Fragen sind wichtiger als Antworten . - Einleitung: Fragen sind wichtiger als Antworten . - Soziologische Grundlagen des Verstehens . - Grundlagen des Verstehens für die Soziale Arbeit. - Soziologische Blicke auf Jugendliche zwischen Schule und Arbeitsmarkt. - Jugendliche zwischen Bildung und Arbeitsmarkt. - Schlussbemerkung: Wer nicht versteht, der nicht gewinnt .