Was tut sich im mentalen Untergrund der postmodernen Lebenswelt? In der Tradition einer psychoanalytischen Kulturkritik versammelt dieses Buch Beiträge zu den 'heißen' Debatten unserer Zeit.
Unter dem Blickwinkel einer relationalen Psychoanalyse betrachtet Altmeyer Eigenheiten der globalisierten Gegenwartsgesellschaft: die identitätsstiftende Bedeutung der Medien, den heimlichen Utopiegehalt der Biotechnologie, den Inszenierungscharakter postmoderner Gewalt, die interkulturellen Botschaften des Terrorismus, die gesellschaftliche Bedeutung der 68er-Generation und nicht zuletzt Veränderungen im zeitgenössischen Denken der Psychoanalyse selbst: ihre Wende zur Intersubjektivität.
Eine reflexiv gewordene Gesellschaft, so die Grundthese, bietet vielfältige Spiegel- und Resonanzräume, die für Prozesse der Identitätsbildung verwendet werden. Am narzisstischen Modus postmoderner Selbstfindung lässt sich freilich nicht nur eine Zeitdiagnose festmachen, sondern auch etwas über die intersubjektive Basis der Conditio humana erfahren: Das Selbst entsteht im Spiegel des Anderen.