Was steckt dahinter, wenn es Täter auf hilflose Clochards abgesehen haben? Diese Fälle aufzuklären wird nicht einfach für Commissaire Lucie Girard, reichen die Fäden von den Wohnungslosen doch bis in die höchsten Kreise
Das Cover zeigt ein schmales Gässchen einer mediterranen Stadt und verweist nur durch den Titel auf einen Krimi. Die Kapitel sind übersichtlich und - was besonders auf den Handlungsort aufmerksam macht - mit französischen Überschriften versehen. Der Autor schafft es mit seinem angenehmen Schreibstil den Leser zu fesseln und die Spannung zuletzt aufrecht zu erhalten. Besonders gekonnt sind die Übergänge, die dem Autor gelingen; elegant übernimmt er Wörter aus einem Thema um es in einem anderen weiterzuführen.
Der Saint-Tropez-Krimi ist Teil einer Reihe um die Kommissarin Lucie Girard. Das Buch kann unabhängig von den Vorgänger-Bänden gelesen werden. Allerdings werden ihre Vorgehensweise und ihr Privatleben so interessant geschildert, dass man gerne mehr über sie erfahren möchte und daher sicher bald ihre Fälle der Vergangenheit nachlesen wird.
Die Handlung spielt im Jahr 1975 und den Ermittlern stehen daher weder Internet noch andere heute selbstverständliche Hilfsmittel zur Verfügung. Doch nicht nur diese Tatsache zeichnet den Roman mit einem gewissen Charme aus. Die Beschreibungen, das Ambiente, die Charaktere - der Autor legt hierbei großen Wert auf Details und macht das Lesen zu einem angenehmen und kurzweiligen Zeitvertreib. Vor allem die Polizisten, die mit Lucie im Team zusammenarbeiten, können hier ihr Können und ungeahnte Talente unter Beweis stellen.
Die angesprochenen Themen sind auch heute - leider - noch sehr aktuell; Rassismus, Korruption, Organhandel, die Kluft zwischen reich und arm Eine Leseempfehlung nicht nur für Lucie-Fans!